Abenteuer Schulstart

Kennst du die Wehmut, wenn etwas endet und die Vorfreude, wenn etwas Neues bevor steht? Wie sieht es nach den Sommerferien aus?

Wochenlang herrschte das Abenteuer; wenn es heiss war, kühlte das Wasser im Freibad oder in Fluss, wenn es regnete vertrieben Spiele oder lange Filme die Zeit. Es war einfach sich trieben zu lassen, sich in neuen Fertigkeiten zu versuchen und sich ganz dem Familien-Rhythmus zu ergeben. Am Abend wurde es spät und am Morgen ebenfalls. All das war kein Problem, im Gegenteil, es war ein Genuss gemischt mit dem Gefühl von Freiheit und Ungebundenheit.

Das ändert morgen.

Mit dem Start des neuen Schuljahres werden die Tagesstrukturen wieder enger, regelmässiger und von aussen bestimmt. Es gibt geregelte Unterrichtsstunden, Terminpläne, Hausaufgaben und weitere Verpflichtungen. Der Radius wird wieder kleiner und übersichtlicher. Individuelle Kräfte einzuteilen und eigene Interessen voranzutreiben fällt schwerer.

Einmal im Jahr, machen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern die Erfahrung, wie gegensätzlich das Leben sein kann. Der Übergang von den langen Sommerferien in den Schulstart ist so gegensätzlich, wie sonst kaum zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr.

Ich wünsche allen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern viel Offenheit für die Abenteuer im (Schul-)Alltag, Kraft und Vertrauen für schwierige Momente. Mögen für alle daraus genussvolle und Neugier weckende Lernerfahrungen entstehen.

Es wäre viel zu schade, nur für die Ferien zu leben und die Zeit dazwischen nicht zu nutzen. Das Leben ist viel mehr als das. Jede Minute ist kostbar. Möge deshalb im Schulalltag auch immer etwas Freiheit mitschwingen und während den Ferien etwas Wissensdurst.

Wo auch immer du hingehst, dort bist Du

Konfuzius

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 37

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Samstag, 18. April 2020

Immer das Ziel vor Augen

Wir sind bereit für den Schulstart nach drei Wochen Frühlingsferien. Jedes Kind ist in Besitz eines detaillierten Stunden- und Arbeitsplans. Im Gegensatz zu den Aufgabenstellungen vor den Ferien, ist nur noch wenig Freiraum für individuelle Arbeitseinteilung. Alle drei haben feste Zeiten, für Videokonferenzen mit ihren Klassen oder Teilklassen via Zoom oder Teams. Das sorgt bei den Kindern bereits für viel Vorfreude, Nervosität und Spekulationen. Wie wird es sein, wenn die Klasse virtuell zusammentrifft? Was wird dann besprochen und wird man dann alle Klassenkamerad*innen sehen? Weiteres Highlight wird der Besuch im Klassenzimmer sein, denn jedes am Montag machen darf. Zu festgelegten Zeiten und in kleinen Gruppen, dürfen die Schüler*innen ihr Schulmaterial abholen.

Ich erhoffe mir von dem strukturierten Unterrichtsprogramm, dass ich für mich mehr Freiraum haben werde, weil ich nicht mehr die Struktur für den Lernalltag vorgeben muss. Wünschen täte ich es mir, denn bei mir stehen nächste Wochen auch wieder erste Termine an und der berufliche Restart muss aufgegleist werden.