Die Geschichte (m)einer Entfaltung… oder das Potential der Evolutionspädagogik®

Mit zahlreichen Verhaltensweisen/Strategien habe ich fast 40 Jahre lang zufrieden und glücklich gelebt. – Bis an dem Tag bzw. den Tagen der 9-monatigen Ausbildung, nach deren Abschluss ich mich Evolutionspädagogin© nennen durfte. Dieser Blogbeitrag beinhaltet einige der direkten Veränderungen die ich im Zusammenhang mit der Ausbildung festgestellt habe. Natürlich haben diese Veränderungen wiederum andere angestossen und ermöglicht, so dass der Umfang noch viel grösser ist, als es mir überhaupt bewusst ist. Alles in allem lasst sich diese Veränderung am Besten als ENTFALTUNG beschreiben, die durch die Evolutionspädagogik® angestossen und unterstützt wurde. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich durch die Veränderung etwas ablegen oder verändern musste. Im Gegenteil es ist immer etwas dazugekommen, was schon immer ein Teil von mir war, aber nicht gezielt genutzt wurde.

“Lernen ist ein langsames sich aufrichten”

Evopäd.®
  • Autobahn fahren ist mir ein absolutes Grauen. Ich vermeide es, wo ich nur kann. – Bis zu dem Tag, an dem ich merke, dass es mir leichter fällt Distanzen abzuschätzen und die Seitenspiegel für den Überblick zu nutzen. Seither musste ich mich nie mehr überwinden die Autobahn zu nutzen.
  • Ich führe ein Notizbuch in welchem ich Termine und Pendenzen detailliert einschreibe und strukturiere. – Bis zu dem Tag, an dem ich bemerke, dass ich bereits seit Wochen nichts mehr notiert habe und dennoch nichts vergessen oder verpasst habe. Wenn etwas erledigt werden muss dann mache ich es gleich oder wenn der richtige Zeitpunkt dafür ist.
  • Seit ich Mutter bin trage ich nachts eine Zahnschiene. Wenn ich sie vergesse, habe ich sofort Verspannungen im Rücken und meine Zähne würden mit der Zeit übermässig abgenutzt. – Bis zu dem Tag, an dem ich plötzlich dass mein Unterkiefer locker und entspannt ist. Die Zahnschiene trage ich danach nie mehr. (Bis Corona kommt und mein Leben wieder durcheinanderwirft, aber das ändert sich auch wieder.)
  • Teil einer Gruppe von mir unbekannten Menschen zu sein, ist seit je her für mich sehr stressig. Sitzungen, Ausbildungstage etc. vermeide ich wenn immer ich kann. – Bis zu dem Tag, an dem ich mich mit unbekannten Frauen zu einem Naturerfahrungs-Wochenende treffe und diese Zeit gelöst und stressfrei geniessen kann. Ich kann auch meine Bedürfnisse achten und habe nicht mehr ständig das Gefühl von anderen beobachtet und bewertet zu werden.
  • Neues erlernen ist bereits in der Schule schwierig für mich. Nicht nur geistige auch neue körperliche Tätigkeiten vermeide ich lieber oder gebe bereits nach kurzer Versuchsspanne auf. – Bis zu dem Tag an dem ich mich spontan zum Kletterkurs anmelde. Klettern war eine vollkommen neue Erfahrung für mich und auch wenn ich es nicht von Anfang an gut konnte, hat es mir viel Spass gemacht etwas neues zu erfahren.
  • Mein ganzes Leben ist geprägt von Phasen von grosser Erschöpfung. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mich einmal kräftig und nicht ausgelaugt fühle. – Bis zu dem Tag an dem mir auffällt, dass ich grosse Kraft in mir träge und im Alltag mehr Energie habe, als bisher je erfahren hatte. Die Angst vor einer erneuten Erschöpfungsdepression kenne ich seit diesem Tag nicht mehr.
  • In der dritten Klasse weigere ich mich von einem Tag auf den anderen “Schnüerlischrift” zu schreiben. Es ist für mich so eine Erschwerung im Schulalltag meine Handmotorik mit dieser Schreibweise zu belasten, dass ich mich lieber mit dem Lehrer anlege anstatt mich anzupassen. – Bis zu dem Tag, an dem ich das dringende Bedürfnis habe, alles zusammengehängt zu schreiben und es mir seltsamerweise leicht fällt.
  • Als Linkshänderin tue ich mich mit meiner Stifthaltung seit je her schwer. Meine Hand ist eingedreht und das Blatt liegt immer schräg auf dem Pult. – Bis zu dem Tag, an dem mir auffällt, dass sich meine Stifthaltung total verändert hat und ich mit der neuen Handmotorik geschickter bin. Längere Schreibarbeiten fallen mir viel einfacher und die Haltung ist aufrecht.
  • Meine Yogalektionen sind von den Bewegungen her sehr anstrengend und auch sonst habe ich sehr oft das Gefühl, ich muss mich mehr anstrengen als andere. – Bis zu dem Tag, an dem mir auffällt, dass ich mir nicht bei jeder Links/Rechts Anweisung der Yoga-Lehrerin mehr darauf konzentrieren muss, welcher Arm, welches Bein denn nun in welche Richtung bewegt werden muss. Seither kann ich mich besser auf meinen Körper konzentrieren und auf die Yogaübungen einlassen.
  • Nach längerem Unterbruch spiele ich wieder Blockflöte. Es klappt nach einer intensiven Übungsphase, dass ich mithalten kann. – Bis zu dem Tag, an dem mir auffällt, dass es nun noch einfacher geht, wenn ich nicht nur nach dem Gehör, sondern auch mit Takt zählen und nach Rhythmus spielen kann. Ich kann besser ab Blatt spielen, ohne das Stück vorgängig gehört zu haben.
  • Eine meiner ersten Erinnerungen an die Schulzeit sind die Worte meiner Lehrerin im Mathematikunterricht: “Mirjam siehst du die Zahlen denn nicht vor deinen Augen?” Diese Frage ist für mich ein Rätsel. – Bis zu dem Tag als mir auffällt, dass ich mir tatsächlich Zahlen visuell merken und dann auch wieder abrufen kann. Seither kann ich mir auch Parkplatznummern, Preise und Autokennzeichen merken.
  • Gedichte auswendig lernen finde ich einfach und leicht. Leider ist meine Merkspanne nur von kurzer Dauer. Nach wenigen Stunden habe ich die Worte und Reime bereits wieder vergessen. Der Inhalt des Gedichts kann ich nicht mit meinen eigenen Worten wiedergeben. – Bis zu dem Tag, an dem ich mich auch bildlich und visuell an die Zeilen des Gedichts erinnern konnte und nicht nur an Rhythmus und Gehör.
  • Wenn ich während der Schulzeit etwas von der Tafel abschreiben muss, dann brauche ich immer merklich länger als meine Klassenkamerad*innen und ich finde es anstrengend. – Bis an dem Tag, an dem ich merkte, dass ich mir an der Tafel etwas einprägen konnte und es dann beim aufschreiben wieder vor meinem inneren Auge hervorholen konnte. Auch fiel es mir viel einfacher mit den Augen von der Distanz auf die Nähe und dann wieder in die Distanz zu wechseln.
  • In stressigen Situationen, wenn es brenzlig ist oder ich unter grossem Druck stehe, habe ich sehr schnell heftige Gefühlsausbrüche. Diese sind entweder mit grossem Zorn oder heftigem Weinen verbunden. – Bis an dem Tag, an dem ich merkte, dass ich in ähnlichen Situationen auch cool und gelassen bleiben kann.
  • Strukturiertes Denken, festgelegte Abläufe und immer wiederkehrende Abläufe suche ich bewusst. Das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Planbarkeit. – Bis an dem Tag, an dem ich merkte, dass ich auch unvorbereitet und ungeplant genau so gut funktioniere und das Resultat das Selbe ist.
  • Mir Gesichter merken kann ich nicht. Wenn ich eine Person wieder treffe, dann erkannte ich sie zwar wieder, aber ohne eine Person direkt zu sehen, ist es mir unmöglich sie zu beschreiben. Brille? Bart? Lange oder kurze Haare? Keine Ahnung. – Bis an dem Tag, an dem ich merkte, dass ich jemanden aus der Erinnerung beschreiben kann. Ich sehe die Person gedanklich vor mir.

Wow, was hat sich da bloss alles verändert?

Die Inspiration für diesen Blogbeitrag war einerseits meine Abschlusspräsentation während der Ausbildung, als auch die immer wiederkehrende Frage, was Evolutionspädagogik® bewirken kann. Gleichzeitig soll er die Neugier wecken, was Evopäd®. in deinem Leben oder dem deines Kindes bewirken kann.

Ausserdem widme ich diesen Beitrag Ludwig Kroneberg, Gründer der Evolutionspädagogik®. Er ist diesen Monat nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Seine Worte “kein Kind darf verloren gehen”, werden für die Ewigkeit mit der Evolutionspädagogik® verbunden bleiben und wie mir, hoffentlich noch vielen helfen, ihre Entfaltung zu leben.

Probleme in der Schule? Gestresste Kinder, verzweifelte Eltern?

Wenn der Stress gross ist, dann ist oft die Hürde gross, um etwas Neues auszuprobieren. Mit diesem Beitrag möchte ich die Neugier wecken, einen unbekannten Weg zu gehen. Eine Entfaltungsberatung mit Evopäd® ist eine effiziente Hilfestellung für den Krisenmoment und bietet gleichzeitig eine nachhaltige Lösung für die Zukunft.

Kein Talent soll verloren gehen

Mache ich alles richtig? Gerade als Eltern ertappt jede/jeder sich mal bei der Frage, fördere ich mein Kind genug? Gebe ich genug Aufmerksamkeit und Unterstützung? Natürlich kommt die Frage nicht dann auf, wenn alles “rund” läuft. Wenn es keine Probleme in der Schule gibt, das Kind motiviert die Hausaufgaben erledigt und ein harmonisches Familienleben herrscht. Dann sind wir zufrieden und überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber wehe, es entsteht irgendwo ein Ungleichgewicht. Wenn es Stress und Probleme gibt, dann sind sie da, die Selbstzweifel.

Dabei freue ich mich immer wieder von neuem über das wunderbare Gespür der Eltern über das Potential und die Talente ihrer Kinder. Was ich anhand der Evopäd® herausfinde, wissen sie meist unbewusst schon. Um so verständlicher ist die Not, Verzweiflung und der Stress, weil es einfach nicht gelingt dieses Potential zu entfalten. Ich kenne dieses Gefühl aus eigener Erfahrung sehr gut. Bei mir selbst, aber auch bei meinen Kindern. Jede/r kennt die Situation in der man spürt, dass man etwas zwar weiss und kann, dennoch gelingt es einfach nicht es umzusetzen.

Dann wenn der/die Lehrer*in wissen will, weshalb die Leistung nicht stimmt, wenn das Kind sich zurückzieht oder wutentbrannt die Zimmertür knallt, dann wenn der Partner/die Partnerin selbst hilflos ist und auch eine Abklärung zwar eine Diagnose ergibt, aber keine Lösung (zumindest keine schnelle) bieten kann, dann ist erst recht nicht der Zeitpunkt in dem man innehält, durchatmet und sich in Gelassenheit übt. Viel eher befinden wir uns dann im Gedankenstrudel und haben den inneren Drang, dass eine schnelle Lösung her muss.

Damit fehlt in diesem Moment genau das, was eine nachhaltige und für alle zufriedenstellende Lösung begünstigen könnte – der Überblick. Sich einen Überblick zu verschaffen heisst nicht zwingend sofort eine Lösung für etwas zu haben. Der Überblick hilft viel mehr Probleme zu erkennen, Chancen abzuwägen und Möglichkeiten abzuschätzen. Eine Entfaltungsberatung schafft in erster Linie einen Überblick, um dann im zweiten Schritt die Lösung zu erarbeiten.

Die beste Art, über ein Problem Bescheid zu wissen, ist, ein Teil des Problems zu sein.

Anand Giridharadas

Während einer Entfaltungsberatung begleite ich meine Klienten und ihre Eltern dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei braucht es manchmal Distanz, um all die verschiedenen Puzzleteile zu erkennen, manchmal hilft Nähe, um ein Detail ansehen. Daraus ergibt sich manchmal dann eine Erklärung weshalb jemand, wie reagiert. Diese Erkenntnis schafft Verständnis und ebnet den Weg zur Lösung.

So komplex die Probleme auch sind, die Lösung anhand des Evopäd®-Modells sind einfach und effizient. Ohne grossen Aufwand und mit gezielten Bewegungsübungen werden dem Gehirn neue Impulse gegeben, die dann zur Lösung des Problems führen.

Abenteuer leben und erleben

Der Weg zur Entfaltung ist ein Abenteuer. Denn er ist nicht in jedem Fall geradlinig und sofort erkennbar. Aber jede Erfahrung löst etwas aus und bestärkt das Kind und auch seine Eltern darin, an sich zu glauben und sich weiter zu entwickeln.

Jetzt ist der Moment, Probleme anzugehen und als Chance zu erkennen! Evopäd® ist eine einmalige Möglichkeit mit nur wenigen Beratungen einen Überblick zu erhalten und nachhaltig eine individuelle Lösung zu erarbeiten. Gleichzeitig ist jede Beratung eine lohnende Investition in eine wertschätzende Eltern-Kind-Beziehung und das erfolgreiche meistern von weiteren kommenden Herausforderungen.

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 55

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Von Prioritäten und der Kraft sich nicht zu verlieren

Es ist ein grosser Kraftaufwand Menschen beim aufwachsen zu begleiten. Mehr als alles andere, braucht es Energie, Mut, Verständnis und Gelassenheit. Da es ein individueller Weg ist und jede Fähigkeit sowieso nur durch eigenes erlernen angeeignet werden kann, ist es nicht möglich sich dabei durch Theorie, Ratgeber oder mittels Vorbilder durch zu mogeln. Die Kinder lassen dies sowieso nicht zu. Jedes von ihnen ist so einzigartig und dabei auch eigenartig, so dass es einfach keine Ausweichmöglichkeiten und Schleichwege gibt. So ist die Welt. Dieser Weg ist besonders hart und gnadenlos, denn dein Kind ist das liebste und kostbarste was du hast und gleichzeitig strebt es vom ersten Moment in seinem EIGENEN Universum seiner EIGENEN Entfaltung entgegen. Für sein Wachstum ist ihm jede Ressource recht. Deshalb holt es sich auch alles was es von dir und seiner Umwelt kriegen kann.

Was heisst das nun für mich persönlich als Mutter?

Mein Leben ist seit der Geburt des ersten Kindes davon bestimmt, von einer Gratwanderung zwischen geben und abgrenzen, abwägen und nachgeben, zuhören und weghören, hoffen und glauben. Gleichzeitig lebe ich in meinem eigenen Universum und strebe meiner eigenen Entfaltung entgegen. Es gibt so vieles was ich mir selber holen und erlangen möchte……….. ohne Ressourcen abgeben zu müssen. Diese Diskrepanz ist ein Spannungsfeld, welches Kraft gibt, aber auch viel Kraft kostet.

Dies ist das Los und der Segen der Mutterschaft.

Diese Erkenntnis hilft mir dabei:

  • Mich nicht mit anderen Mutter zu vergleichen, denn meine Kinder sind anders als ihre und ich selbst bin anders
  • Auch einmal wütend sein zu dürfen, wenn mir Zeit für mich fehlt
  • Mir Egoismus zu erlauben, wenn ich meine Kraft für mich nutzen will
  • Zu verwöhnen und umsorgen, wenn ein Kind es einfordert
  • Achtsam auf meine Bedürfnisse zu achten
  • Erziehungsratgeber als Erfahrungsberichte anderer zu sehen und als Ermutigung für eigenen Erfahrungen zu nutzen
  • Hilfe anzunehmen und einzufordern, denn sie ist nötig und wichtig um Kinder beim heranwachsen zu unterstützen
  • Meine eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und darauf hinzuarbeiten
  • Die Kinder als eigenständige Persönlichkeiten zu respektieren und sie dabei zu unterstützen, sich nach ihren eigenen Vorstellungen entfalten und entwickeln zu können
  • Meine Möglichkeiten sind begrenzt und ich bin nicht für alles verantwortlich
  • Jede Hürde ist eine neue Chance für Veränderung und Wachstum
  • Verzweiflung, Tränen und Frust sind Gefühle die Berechtigung haben
  • Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu geniessen
  • Loslassen! Vorstellungen, Wünsche, Erwartungen und besonders die Kinder!

Dieser Text ist entstanden, derweil ich meinem Sohn im Englisch unterstützt und meiner Tochter beim zusammensuchen ihrer Schulutensilien geholfen habe. Meine Ressourcen sind in diesem Fall in verschiedene Richtungen geflossen und nicht wie in meiner Idealvorstellung allein in diesen Beitrag.

Hol dir was du willst!

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 47

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Dienstag, 28. April 2020

Pro Konsensfindung

Eine Demokratie in der nicht gestritten wird, ist keine.

Helmut Schmidt

Als ich heute Morgen das Radio einschaltete und die Nachrichten hörte, liess mich folgender Beitrag aufhorchen. Wie darin berichtet wird haben die diesjährigen Maturant*innen eine Petition lanciert, bei welcher sie fordern, dass in diesem Jahr keine Maturitätsprüfungen stattfinden sollen (die Petition ist unter change.org online zu finden). Zu gross sei die Angst vor Ansteckung, die ungleichen Bedingungen in der Prüfungsvorbereitung in den letzten Wochen und die hohe Belastung in der Krise. Dagegen hält der Präsident des Schweizerischen Arbeitsgeberverbands, Valtentin Vögli, dass es von den zukünftigen Akademiker*innen etwas anderes erwartet, als dass sie, “den Weg des geringsten Widerstandes gehen”.

Ich möchte hier gar nicht auf diese beiden Positionen eingehen. Wobei sich bei mir schon die Frage stellt, weshalb Lehrabschlussprüfungen dieses Jahr nicht schriftlich, sondern nur praktisch erfolgen und bei der Maturität dagegen Prüfungen mit Anwesenheitspflicht stattfinden sollen.

Vielmehr finde ich es sehr passend, dass mir diese Diskussion eine wunderbare Möglichkeit gibt, einen Bogen zu meinem Beitrag von Gestern zu spannen. Ich schrieb darin von meiner Hoffnung, dass sich das Schulsystem für neue Perspektiven offen zeigt. Diese entstehen vollkommen natürlich, sozusagen evolutiv, nach jeder herausfordernden Lebenssituation, denn die Gegebenheiten danach sind nicht mehr die selben wie zuvor. Es wäre schade, wenn man daraus keine Wachstumsmöglichkeiten (neue Erfahrungen auswerten und Bewährtes weiterhin umsetzen) ergreifen würde.

Ist es denn nun eine Lösung, den verunsicherten (und natürlich auch Chancen auslotenden, wir waren schliesslich alle mal jung) Maturant*innen vorzuwerfen, sie nehmen ihre Verpflichtung nicht war, für die Wirtschaft ein (erstes) Opfer zu erbringen? Wo kommt man den hin, wenn zukünftige Akademiker*innen bereits vor der Reifeprüfung eigene Gedanken und Meinungen haben. Wer in irgendeiner Art Erziehungserfahrung sammeln konnte, hat bestimmt erlebt, dass Drohgebärden, Erpressen und Druck nur unschöne Situationen erzeugen und in keinem Fall eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten. Die bewährte direkte Demokratie der Schweiz wäre eine gute Leitlinie, wie eine Konsensfindung funktioniert. Wobei diese im Fall der Maturant*innen, auch die Frage aufwirft, welche Möglichkeiten die Jugend in unserem politischen System derzeit überhaupt haben. Wie dem auch sei, anstatt eine Einigung auf Augenhöhe zu verhandeln, wird mit Druck und Drohgebärde gearbeitet. Schade, denn genau so geht die Möglichkeit verloren, gemeinsam eine der Situation angemessene und nachhaltige Lösung zu generieren und gleichzeitig den Grundstein für eine verantwortungsvolle nachkommende Generation zu legen. Bei der im übrigen auch die Wirtschaft profitieren könnte.

Kann friss oder stirb eine Lösung sein?

Homeschooling- ein Tagebuch – Tag 41

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Mittwoch, 22. April 2020

Ich habe heute viel gelernt. Nach Monaten habe ich herausgefunden, wie man auf meinem Handy Sprachnachrichten im Whatsapp verschickt. Es war heute einfach nötig. Ich weiss nun, wie man selber Zoom-Meetings erstellt. Das zu tun war heute einfach nötig. Schulfreie Mittwoch Nachmittage sind Gold wert. Es der heutige war sehr nötig.

Viele Lernerfahrungen werden momentan aus der Notwendigkeit heraus gemacht, einfach weil sie nötig sind.

Wenn um 21.00 Uhr erst Zeit da ist, um einen Blogbeitrag zu schreiben, dann muss der Tag ohne diesen auskommen. Das ist jetzt einfach nötig.

Ich melde mich morgen in neuer frische. Versprochen, denn normalerweise habe ich das schreiben hier sehr nötig.

Es gab Zeiten, da konnte man in den Tag hinein leben.

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 38

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Sonntag, 19. April 2020

Unorganisiertes Schuhchaos

Wir denken bei Kooperation viel zu schnell an Organisationsstrukturen.

Es ist aber viel wichtiger, Erkenntnisse die man hat, bekannt zu machen. Sie auszudrücken schafft die Möglichkeit, dass andere, die ähnlich denken, sich auch trauen, sich zu äussern. So entsteht Gemeinschaft, in Erkenntnis nicht nicht durch Vereinsstatuten.

Satz 211 aus “260 starke Sätze aus der Evolutionspädagogik – Ein Appell an die Gesellschaft” von Ludwig Kroneberg und Silke Gramer-Rottler

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 20

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Heute morgen beim aufwachen galt der der erste Gedanke diesem Blog. Er braucht definitiv etwas mehr Fröhlichkeit. Die letzten Blogs waren eher düster wie ich finde. Eigentlich passt das so gar nicht zu mir und meiner Familie. Zwar ist es bei uns momentan (wie wohl bei den meisten) so, dass die Gefühle Achterbahn fahren und manchmal fast im Minutentakt ändern, aber eigentlich ist die Stimmung meistens positiv und es geht uns gut. Beim Schreiben war ich in den letzten Tagen in einer nachdenklichen Verfassung. Das möchte ich mit dem heutigen Post ändern. Ich verrate euch (m)ein Universal-Gutelaune-Rezept und erinnere mich damit gleichzeitig daran es anzuwenden!

Einer der Slogans der Evolutionspädagogik lautet “VOM MÜSSEN ZUM DÜRFEN”. Ich habe in der Ausbildung zur Lernberaterin vieles oft hören und lesen müssen, bis es mir einleuchtete. Nicht so bei diesem Grundsatz. Ich spürte in dem Augenblick als ich ihn zum ersten Mal hörte, welches Potential in der Umsetzung dieser Weisheit steckt. Heute ist es das, was ich tagtäglich einsetze und anwende.

Wie ich in einem vorgängigen Blogbeitrag (hier) bereits schrieb, benötigen wir ein stressfreies Gehirn, um Situationen erfolgreich zu meistern und Neues dazuzulernen. Etwas zu MÜSSEN bedeutet für unser Gehirn “Vorsicht es wird stressig”. Wir blockieren damit unser Denken und nehmen uns dabei die Möglichkeit unsere vielfältigen “Denkressourcen” auszunutzen. Wir nutzen dann lediglich die für Krisensituationen vorgebahnten Strategien, was sehr schade ist, denn es besteht ja keine Krise. Reden wir dagegen von DÜRFEN, dann ermöglichen wir unserem Denken sich zu entfalten. Wir geben uns Raum für Entfaltung und Kreativität.

Versucht es und ihr werdet sofort spüren was ich meine.

“Ich muss kochen” – “Ich darf kochen”
“Ich muss in die Schule/zur Arbeit” – “Ich darf zur Schule/Arbeit”

Wer das ganze noch steigern möchte, der wendet “VOM MÜSSEN ZUM DÜRFEN” in der Kommunikation mit seinen Mitmenschen an.

Wer Kinder hat, der wird Verblüffendes erleben. Zugegeben es tönt gewöhnungsbedürftig. Das Wort “dürfen” kann auch weggelassen werden. Hauptsache das Wort “müssen” fällt nicht.

“Du musst noch Hausaufgaben machen” – “Du darfst Hausaufgaben machen”
“Du musst mir in der Küche helfen” – “Du darfst mir in der Küche helfen”

Wenn das Kind, der Mitmensch nicht dafür entscheidet, dann bleibt es dabei. Einfach abwarten. Die neue Kommunikation ist zu Beginn für alle gewöhnungsbedürftig, aber reduziert Stress und Druck und wird sich zum Schlüssel für eine gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation erweisen. Ganz bestimmt!

Vielleicht mögt ihr mir eure Erfahrungen mitteilen? Was hat sich bei euch verändert?