Immer Sonntags…ein Gedankenspiel aus der Evopäd®

Ob wir etwas als positiv oder negativ, als interessante Herausforderung oder als unüberwindbares Hindernis bewerten, hängt von unseren Vorerfahrungen ab. Schon der griechische Philosoph Epiktet sagte: “Nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern unser Meinungen über diese Dinge.” Ob ich also beispielsweise Blitz und Donner während eines Gewitters als gefährlich und bedrohlich oder stattdessen als spannend und aufregend empfinde, hängt davon ab, welche Erfahrungen ich in der Vergangenheit mit Gewittern gemacht habe.

Auch wie ein Kind etwa eine schulische Aufgabenstellung bewertet, ist von seinen Vorerfahrungen abhängig. In der Pädagogik müssen wir daher alles daran setzen, dass Schüler*innen positive Erfahrungen vermittelt werden. Dies erfordert, dass Aufgabenstellungen und Anforderungen so an die Kinder herangetragen werden, dass sie beherrschbar sind.

Auszug aus dem Buch “Das bewegte Gehirn – 7 Körperübungen für clevere Kinder” von Ludwig Kroneberg und Silke Gramer-Rottler

Immer Sonntags…ein Gedankenspiel aus der Evopäd®

Das Bildungshemmnis kommt nicht von den sogenannten bildungsfernen Schichten, sondern von den Bildungsbürgern. Sie verteidigen ihre Privilegien mit Zähnen und Klauen. Sie stemmen sich mit aller Kraft gegen Reformen und einer Bildung für alle.

Diese Gruppe fürchten die Politiker. Dabei gibt es in diesen Gruppen mindestens den gleichen Anteil an Einfältigkeit wie den Bildungsfernen unterstellt wird. Und das hat Methode. Deutlich wird dies z.B. bei der Interpretation wissenschaftlicher Studien. Weit entfernt von der sogenannten Objektivität. Hier ein Beispiel: “Es stellte sich heraus, dass die scheinbar so objektiven ersten Eindrücke vom Spiel eines Musikers tatsächlich alles andere als objektiv waren. Einige Musiker sehen so aus, als würden sie sehr viel besser spielen, als sie es tatsächlich tun. Sie strahlen Selbstsicherheit aus oder haben eine bessere Haltung, erklärt ein Musiker der an vielen Auswahlverfahren beteiligt war. Andere Musiker wiederum sahen schrecklich aus, wenn sie spielen, aber sie klingen grossartig. Es gibt Musiker, die sehen beim Spielen furchtbar angestrengt aus, wenn sie spielen, aber man hört es nicht. Es gibt immer einen Unterschied zwischen dem, was sie sehen und dem was sie hören.”

Und dies ist in der gesamten Pädagogik die Regel. Eine grandiose Ansammlung von Subjektivität und Vorurteilen. Deshalb haben wir Kinder wie sie sind. Es ist einer dieser unfassbaren Geschichten, dass eine Berufsgruppe in keiner Weise Verantwortung für die Ergebnisse übernimmt, die sie verursacht. Wir würden dies bei kaum einer anderen Berufsgruppe akzeptieren. Wann nimmt sich die Stiftung Warentest endlich dieses Themas an? Private Anbieter werden genau unter die Lupe genommen, das staatliche Bildungswesen natürlich nicht.

Satz 246 aus “260 starke Sätze aus der Evolutionspädagogik – Ein Appell an die Gesellschaft” von Ludwig Kroneberg und Silke Gramer-Rottler