Gedanken zum Schulstart – aus der Sicht einer Mutter

Ich bin Lernberaterin, kenne viele Tipps und Tricks, weiss wie das Gehirn Lernprozesse meistert und kenne die neusten neurologische Studien. Dort bin ich sicher und habe die nötige professionelle Distanz. Aber: bin ich auch Mutter zweier schulpflichtiger Kinder und einer Schulabgängerin, die frisch mit der Berufslehre begonnen hat. Dort erlebe ich den veränderten Alltag, die neuen Herausforderungen aus nächster Nähe und intensiv mit.

Deshalb fühle ich mich mit dem Start des neuen Schuljahres immer wieder von neuem unsicher, neugierig, gefordert, überlastet, entlastet. Diese Gefühle (und noch einige mehr) wechseln im Stundentakt. Ich habe es bereits unzählige Male durchgemacht , es ist immer wieder von neuem HERAUSFORDERND.

Wieso ist das so?

Zum einen lasse ich jedes Jahr von neuem wieder LOS. Loslassen heisst nicht, dass es mir egal ist oder wird. Es heisst, dass ich weiterhin dabei bin, aber immer weniger helfe. Es ist das ewige Los der Elternschaft oder auch pädagogischen Begleitung. Alles ist darauf ausgerichtet, dass mein Gegenüber die Fähigkeiten erlangt für sich, seine Entwicklung, seine Lernerfahrungen selbst Verantwortung zu übernehmen.

Ich lerne auch immer wieder von neuem dazu. Denn jedes Kind sucht sich seinen EIGENEN WEG und nicht den, den einer von uns ein Jahr zuvor bereits gegangen ist. Es mag zwar das selbe Schulhaus, die selbe Lehrerin, der selbe Lehrer, das selbe Schuljahr sein, dennoch ist es anders und neu. Kein Lebensweg ist wie der anderen, deshalb muss ihn jede*r alleine gehen. Manchmal gehe ich auf Augenhöhe mit, oft bin ich aber weit dahinter oder schon ein Stück voraus. Dies ist aber immer meine Perspektive und die ist nie dieselbe wie die meines Kindes. Ich muss mich auf seine Augenhöhe begeben und beobachten, fragen um seine Sicht zu erfahren.

Dann ist nie alles im Gleichgewicht. Ich entwickle mich weiter. Wie die Kinder auch habe ich neue Ansprüche an mich und meine Tätigkeiten. War ich, als sie kleiner waren präsenter im Alltag, müssen sie mich heute aktiver um Hilfestellung bitten. Es ist ein Grenzlauf zwischen Unterforderung, Herausforderung und Überforderung. Bei uns allen. Auch mein Alltag ist wieder neu, auch ich muss mich wieder einfinden.

Was wenn der Tunnel nie zu enden scheint?

Deshalb lasse ich mir/uns Zeit, um dies alles Wachsen zu lassen. Meist sieht es nach den Herbstferien bereits etwas anders aus und läuft geordneter. Wenn nicht, dann ist genug Zeit und Raum, um bei den einzelnen Stressoren detailliert, ihn Ruhe hinzusehen und Lösungen zu suchen.

Was wenn der Alltagsstrudel total überfordert? Es ist alles zu nah oder zu weit weg? Profitiere von meinen Erfahrungen und der Sicht der Evolutionspädagogik®. Einfache Übungen helfen gezielt Stress zu überwinden. Nicht nur dem Kind, sondern auch seinen erwachsenen Begleiter*innen. Gemeinsam den eigenen Weg finden und zusammen wachsen, ist das Ziel.

“Wenn er will, dann kann er es…!” – “Sie muss sich nur anstrengen, dann klappts!”

Es gibt wohl niemand, der diese Sätze so oder so ähnlich noch nie gehört hat. Sei es, dass man persönlich damit gemeint war oder jemand aus dem Umfeld. Es ist kein Mythos, dass einem etwas gelingt, wenn man sich wirklich hinein kniet und mit Ausdauer und Leidenschaft damit auseinandersetzt. Diese Erfahrung haben wir alle gemacht. Was aber, wenn ein Schüler oder eine Schülerin bestimmte (Lern)Situationen gut meistern kann, dies aber nicht regelmässig schafft?

“Flow” – Etwas zu tun und daran wachsen zu wollen.

Eine Erstklässlerin beherrscht in der Schule beim rechnen an der Tafel den Zahlenraum 1 – 20 problemlos, aber zu Hause bei den Hausaufgaben scheint alles vergessen. Sie sitzt stundenlang, träumend vor ihren Aufgaben. Ein 4-Klässler, der im Schönschreibheft eine tadellose Schrift hat, aber den Aufsatz unleserlich schreibt, so dass er für die Lehrerin kaum zu lesen ist.

In diesen Momenten fällt der Satz: “Streng dich an! Ich weiss, dass du es kannst!” Verständlich, aber total unnötig, denn auch dem Kind ist das klar. Es würde dies auch ändern, wenn es die Möglichkeit dazu hätte, denn das Kind will es gut machen. Alle Kinder wollen es gut machen! Auch die, bei denen es man nicht denkt oder sieht!

Was aber nun? Wie kann das sein?

Hier (m)eine Erklärung und ein möglicher Weg zur Lösungsfindung.

Erklärung: Um den Lern-“Flow”-Moment zu erreichen, muss der Mensch bzw. sein Gehirn bei einer Aufgabe auf die eine bestimmte Weise gefordert werden. Die Herausforderung sollte dazu weder zu gross noch zu klein sein. Sie ist genau so, dass sie zu dieser Person und der Situation passt. Egal ob gross oder klein, in nur diesem Moment lernt man spielerisch, voller Freude und Lust. Die Belohnung ist idealerweise ein zufriedenstellendes Resultat oder/und das gute Gefühl etwas geleistet zu haben. Dies ist auch eine Beschreibung, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit unser Gehirn neue Verhaltensweisen und Abläufe lernt.

Spurensuche: Meine Fragen an das Kind und die Eltern sind dann meist, was ist anders wenn es nicht klappt? Wodurch ist das Kind “überfordert”, wenn es beim Aufsatz nicht schönscheiben kann oder zu Hause die Rechnungen nicht klappen? Was geht in dir vor? Wie fühlst du dich dabei? Kannst du es überhaupt in Worte fassen?

Anerkennen: Anerkennen, was das Kind kann. Alles was geht, das geht. Wenn das Kind schön schreiben kann, dann kann es das. Wenn der Zahlenraum sitzt, dann sitzt er. Das Wissen, die Fähigkeit ist also vorhanden. Dieser Gedanke ist schon einmal beruhigend. Denn was man schon weiss und kann, dass kann einem niemand nehmen. Wichtig: Darüber reden schafft Bewusstsein. Deshalb ruhig mal mit dem Kind darüber sprechen: “Ich sehe was du kannst.” “Ich sehe, dass du dich anstrengst, alles gibst!” Dabei wertfrei und positiv bleiben. Alle werden sich danach besser fühlen.

Beobachten: Die Erstklässlerin beherrscht den Zahlenraum 1 – 20 im Schlaf und sie kann entsprechende Rechnungen problemlos lösen. Zu Hause ist sie damit unterfordert und studiert lieber über andere Dinge nach, anstatt die Aufgaben zu lösen. In der Schule hingegen, liegt die Herausforderung darin, die Rechnungen an der Tafel vor der Klasse zu lösen. Das Mädchen ist eher scheu und zurückhaltend. Ihr Können vor der gesamten Klasse und dem Lehrer zu zeigen, ist für sie eine Herausforderung, die sie aber gut meistern kann und will, weil sie sich beim Rechnen sicher fühlt.

Der Viertklässler hingegen benötigt viel Konzentration und Ausdauer, um im Schönschreibheft sorgfältig und leserlich zu arbeiten. Wenn er sich nur darauf konzentrieren kann, gelingt ihm dies gut. Beim Aufsatz schreiben hingegen, ist er damit gefordert seine Geschichte in Worte zu fassen. In seinem Gehirn sprudelt es an Gedanken und Ideen. Es fehlt ihm an weiteren Ressourcen, um auf seine Schrift zu achten. Er ist überfordert damit, beide Herausforderungen, schreiben und formulieren, zufriedenstellend zu lösen.

Mögliche Lösungen:

In der Lernberatung würden wir uns nun auf Spurensuche begeben. Was benötigen die Kinder, damit sie ihre Fähigkeiten erweitern und auch unter veränderten Voraussetzungen einsetzen können? Eines kann ich verraten: Die Lösung wird so individuell sein, wie wir Menschen es sind.

Gemeinsam auf der Suche nach dem Gleichgewicht

Was letztens passierte und ich danach über mein Verhalten den Kopf schütteln musste

Manchmal stehen wir auf dem Schlauch oder könne den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Das ist in dem Moment zwar blöd, aber ist auch immer eine Chance für eine neue Erfahrung.

Neue Ideen entstehen manchmal sehr unerwartet

Beim gemeinsamen Spielgruppen-Znüni sass ich mit zehn Spielgruppenkindern am Tisch. Die Rucksäcke und Täschli waren ausgepackt und alle gerade dabei ihre Znüniböxli zu plündern. Da stellte eines der Kinder fest, dass es kein Getränk dabei hatte. “Mirjam, ich habe kein Trinkfläschli dabei”, meinte es zu mir. Mein erster Gedanke war ein freudiger, denn es ist ein grosser Schritt, wenn ein Kind von sich aus Hilfe holt, wenn es diese braucht. Mein zweiter Gedanke war sofort lösungsorientiert. Für vergessene Flaschen, haben wir Trinkbecher in Reserve. Einen solchen habe ich dann auch gleich geholt und vor dem Kind auf den Tisch gestellt. “Wer von euch, möchte G. etwas aus der eigenen Trinkflasche spenden?” fragte ich dann in die Runde, denn die anderen Kindern hatten die Situation aufmerksam mitverfolgt. Ich dachte mir, anstatt Wasser im Nebenraum zu holen, schütten wir einfach aus einer der 9 vollen, auf dem Tisch stehenden Flaschen etwas in den Becher. Entgegen meiner Erwartungen meldete sich keines der Kinder. Normalerweise gehören Spielgruppenkinder zu den hilfsbereitesten Menschen die ich kenne. Ich war also etwas perplex. “Na dann”, meinte ich zu G. ,”möchtest du etwas von meinem Tee?” G. schüttelt verneinend den Kopf, was mich ein zweites Mal erstaunen liess. Normalerweise wollen bei einem solchen Angebot das angesprochene Kind, plus mehrere weitere, unbedingt von meinem Tee haben. Nun gut. Schlussendlich lösten wir die Situation so indem ich Wasser aus dem Hahn holte. Nun waren alle zufrieden und die Znünipause und auch der weitere Spielgruppenvormittag verliefen ohne unterwartete Zwischenfälle.

Ich vergass die Situation, bis ich am Nachmittag während einer Lernberatung mit einer Kundin wieder daran erinnert wurde. Wir sprachen während der Beratung über das Znüniteilen zu Coronazeiten. Und HEUREKA! Bei mir ging wortwörtlich das Licht an! Das betretene Schweigen, die Zurückhaltung, das für mich ungewohnte Verhalten der Spielgruppenkinder, das Kind welches auf keinen Fall von meinem Tee wollte. Wegen CORONA war doch Znüni teilen strengstens verboten! Was für mich jahrelang kein Problem war und unzählige Spielgruppen-Generationen jahrelang zelebriert hatten, die beliebte Znüni-Teilete, das ist für die aktuellen Spielgruppekinder etwas vollkommen unbekanntes. Es ist etwas was nicht erlaubt ist und das diese Kinder deshalb auch nicht kennen und ich befürchte, auch (zumindest in der Spielgruppe) nie kennenlernen werden.

Während es für mich als Leiterin eine Spielgruppenzeit vor Corona gab, nun Spielgruppenzeit während Corona gibt und dann hoffentlich eine nach Corona (die in diesem Fall hoffentlich ähnlich oder genauso wie die vor Corona aussieht), gibt es für diese Kinder nur die mit Corona. Meine Frage nach dem Wasser umschütten und teilen (was ja eigentlich auch mit Corona total unbedenklich gewesen wäre), war für diese Kinder ein absolutes No-Go. Ein Regelverstoss. Znünis und alles was dazu gehört, wird NICHT geteilt. Ich verwirrte sie mit meiner Frage bzw. brachte sie vielmehr sogar in eine unangenehmen Situation. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich die Situation löste, in dem ich Wasser holte und nicht indem ich eines oder mehrere Kinder dazu überredete Wasser zu geben. Es hätte alles verschlimmert.

Nun frage ich mich im Nachhinein, was ich hätte anders machen können. Wie würde meine perfekte Lösung aussehen? Es hätte wohl alles verändert, wenn ich gefragt hätte, weshalb keiner Wasser geben möchte. Ganz sicher hätte dann eines der Kinder gemein: “Das ist doch wegen diesem Corona.” (Ich sage euch, dieser Satz gehört auch bei Kindern in diesem Alter zum aktiven Wortgebrauch). Dann hätte ich die Diskussion dahin lenken können, was beim Umschütten von Wasser in einen Becher anders ist, als bei einer Hand die evtl. schon am Mund war ins Böxli vom Gegenüber reckt. Wir hätten alle viel gelernt, über unser Denken, über die Situation und über den Umgang mit einem Virus in Alltagsituationen.

Eine verpasste Chance! Wie schade! Ich könnte mir jetzt Vorhaltungen und Gedanken machen; über mein Verhalten als Spielgruppenleiterin, mein Versagen als Evolutionspädagogin®, über den Stress, der mich in der Situation nicht klar denken liess.

Das mache ich aber nicht. Im Gegenteil. Es sind genau solche Situationen die mich motivieren weiter zu lernen, aufmerksam zu sein, zu kommunizieren und es hat mich auch dazu gebracht diesen Blogbeitrag zu schreiben. Vielleicht fühlst du dich dadurch angeregt einmal mehr das Gegenüber nach seiner Sicht zu fragen: “Wieso ist dir dies wichtig?”, “Weshalb verhältst du dich so?”, “Wie können wir diese Situation gemeinsam lösen?”.

Und die Spielgruppenkinder? Zu erst einmal baue ich auf eine der Stärken von Kindern. Nämlich, dass sie nicht nachtragend sind. Sie verzeihen einem und geben wieder eine neue Chance. Gerade deshalb will ich sie nicht enttäuschen und die neue Chance nutzen. So werde ich an einem der nächsten Spielgruppenvormittagen eine Kanne Tee mitbringen und eine Runde spendieren. Natürlich werden wir bei dieser Gelegenheit auch besprechen, dass Tee aus einem gemeinsamen Krug in einem eigenen Becher kein Grund für Angst vor Corona ist.

Suchst du auch eine neue Sicht auf Dinge? Möchtest du vermeintlich unglücklich verlaufene Situationen positiv sehen? Macht es dir Mühe dich in dein Gegenüber einzufühlen? Die Evolutionspädagogik® ermöglicht unerwartete Erfahrungen, die deinen Alltag, dein Leben bereichern. Melde dich noch heute bei mir für einen Beratungstermin.

Aus Einzelteilen zum grossen Ganzen

Die Evolutionspädagogik® kennt keine Lösung

Wenn du erwartest, dass du in meinen Beratungen Anweisungen erhältst, wie du deine Probleme oder die deines Kindes lösen sollst, dann muss ich dich enttäuschen. So schrecklich dies jetzt auch tönen mag, so wunderbar ist es! Keine vorgefertigte einheitliche Lösung im Angebot zu haben, schenkt die Freiheit und Offenheit, um genau DEINE Lösung zu finden.

Oft finden die Eltern den Weg in meine Beratungen, weil sie am Ende ihres Lateins sind. Keiner kann mehr weiterhelfen. Die Lehrer*innen sind ratlos, Therapien helfen nicht (mehr), alles Üben hat nicht geholfen. Es scheint alles aussichtslos und die Perspektive fehlt. Der Stress ist so gross, dass nach dem letzten Strohhalm gegriffen wird. Das mag jetzt traurig und hoffnungslos klingen, aber es ist gleichzeitig die perfekte Situation um die Evolutionspädagogik® anzuwenden.

Der Stress bzw. das Verhalten damit, zeigt nämlich genau auf, in welcher Stufe des Modells wir arbeiten werden. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, den Hilfesuchenden aufzuzeigen, wo seine Stärken sind. Was ich damit gemeint ist, lässt sich gut an Hand den “7 Leitsätzen der Evopäd®” darstellen:

  • 1. Einfach da sein ist genug.
  • 2. Schüchtern sein heisst sich schützen können.
  • 3. Aggressiv sein heisst kraftvoll sein.
  • 4. Ängstlich sein heisst Gefühle zeigen können.
  • 5. Egoistisch sein heisst für sich sorgen können.
  • 6. Laut sein heisst nach seiner Position suchen.
  • 7. Unvollkommen sein heisst noch wachsen können.

Die Evopäd® betrachtet “Defizite” wertfrei und als Stärke. Diese Betrachtungsweise nimmt mit dem Druck und den Stress die Faktoren die einer Lösung im Weg stehen. Sie ist eine der Schlüsselfaktoren, eine Schaltstelle der Evopäd®.

Nebst Stressfreiheit benötigt unser Gehirn auch Bewegung und Emotionen, damit es sich neue Abläufe und Erfahrungen verinnerlicht. Hier kommen nun die Bewegungsübungen (auch Grundübungen) der Evolutionspädagogik® zum Einsatz. Ganz nach dem Grundsatz:

“Lernen soll Spass und Freude bereiten.”

Mit den neuen Bewegungen, den neuen Sichtweisen besteht nun das optimale Umfeld für eine individuelle und nachhaltige Erkenntnis. Sie kann zur Lösung werden, sollte überhaupt noch eine gebraucht werden. In jedem Fall entstehen neue Denkweisen und die persönliche Entfaltung geht einen Schritt weiter.

Ich kann voller Freude behaupten, dass ich noch in keiner meiner Beratungen eine Lösung vorhergesehen habe und sich all meine Lösungsideen (die ich natürlich habe, aber immer für mich behalte) sich nie bestätigt haben. Dies nimmt mir die Last, für andere Menschen Lösungen finden zu müssen und ermöglicht es mir sie mit unvoreingenommenem Blick zu begleiten. Darüber hinaus schenkt es mir die Zuversicht, dass es in dieser Welt so viele unterschiedliche Lösungen wie Menschen gibt. Was für ein Potential!

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich Mut machen. Mut um Probleme anzugehen, Mut sich dabei die nötige Zeit zu lassen und Mut das Vertrauen zu haben, dass es eine, nämlich DEINE, Lösung gibt.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass Evopäd® keine Therapie ist und ich keine Therapeutin bin. Mittels dem Modell der Evolutionspädagogik® lassen sich Lern- und Verhaltensprobleme bearbeiten, die den Schul, Arbeits- und Familienalltag betreffen. Ich stehe dabei ich mit meiner Erfahrung als Evolutionspädagogin®, Mutter und Mensch beratend zur Seite.

Immer Sonntags…ein Gedankenspiel aus der Evopäd®

Die 10 Schlüssel der Evopäd®

  1. Lernen ist ein langsames “Sich aufrichten”.
  2. Jede der sieben Gehirnentwicklungsstufen entspricht einer bestimmten Wahrnehmungs- und Erlebniswelt.
  3. Es gilt immer festzustellen, aus welcher Gehirnentwicklungsstufe heraus ein Mensch im Augenblick agiert und reagiert.
  4. Die Welt erschliesst sich uns durch Bewegung und Tun.
  5. Jede Stufe hat ihre Sprache, Fähigkeiten und Möglichkeiten.
  6. Gezielte Förderung ist nur über dieses Verstehen möglich.
  7. Bewegung fördert das gesamte Netzwerk im Gehirn.
  8. Aufgabe der Pädagogik ist es, zu schauen, aus welcher Stufe ein Kind die Welt wahrnimmt.
  9. Nicht das, was gesagt wird ist wichtig, sondern das, was ankommt.
  10. In der Evolutionspädagogik® wird nicht bewertet, sondern beobachtet.

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 57

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Freitag, 8. Mai 2020

Inspirierende Lernerfahrung

Erklärungen und Hilfen rund ums Thema Lernen sind meine Spezialität. Ich beschäftige mich tagtäglich mit Lernprozessen und allem was dazu gehört. Praktisch daran ist, obwohl ich nicht zur Schule gehe, als Mensch dennoch ständig einem Lernprozess ausgesetzt bin. So werde ich mehr oder weniger ständig mit dem Thema konfrontiert. Es gilt dann auf der Hut zu sein und ein Bewusstsein zu entwickeln, um die Lernerfahrung in dem Moment zu erkennen. Das gelingt mir auch mal mehr oder weniger, denn wie in jedem Beruf oder jeder Tätigkeit, stellt sich dabei manchmal eine gewisse “Betriebsblindheit” ein. “Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht”, wie man so schön zu sagen pflegt.

Eben sass ich vor dem PC und habe auf YouTube live den aktuelle “Point du presse” des Bundesrates mitverfolgt. Ein grosser Teil der Pressekonferenz fand in französischer Sprache statt. Zuerst war ich genervt, weil es so für mich viel schwerer war die Informationen zu verstehen und gleichzeitig deren Hintergrund zu erfassen. Dann ertappte ich mich beim Gedanke wie sympathisch und was für ein guter Redner Bundesrat Alain Berset doch ist. Kurze Zeit später merkte ich, dass ich die Herausforderung angenommen hatte. Ich begann meine Fremdsprachenkenntnisse zu testen, was mir dann auch zunehmend Spass bereitete und zufriedenstellend klappte. Neben bei dachte ich mir auch, was für ein tolles Land die Schweiz doch ist und bewunderte mit welcher Selbstverständlichkeit die Teilnehmer dieser Pressekonferenz zwischen zwei Landessprachen hin und her wechselten. Zu guter Letzt ertappte ich mich beim Gedanken: “Wieso nicht öfters mal wieder meine Französischkenntnisse aktiv einsetzen und auffrischen?”

Wow, was ist denn da alles passiert?

Zuerst war mein Gehirn gar nicht bereit etwas lernen zu wollen. Ob es daran lag, dass den beiden Hirnhälften durch den Stress die Vernetzung fehlte? Bestimmt! Es ist etwas anderes, wenn man lediglich mit einem Ohr hinhören muss und die Informationen im vorbeigehen aufnehmen kann, als wenn man noch den Umweg “genau hinhören und dann noch den Fremdsprachenspeicher einschalten” einsetzen muss. Dafür musste erst einmal ein Gleichgewicht gefunden werden. Da halfen der sympathische Lehrer Bundesrat Berset, aber auch die Wissbegierde (ich wollte unbedingt die neusten Corona-Infos habe) mit. Damit stellte sich der Spass ein. Spass (oder auch dürfen bzw. es sich zu erlauben) ist “DIE Superkraft” um Gehirnleistung zu erbringen (hier schrieb ich bereits einmal dazu) . Schlussendlich gab es dann sogar noch eine Zusatzbelohnung in Form der Feststellung, dass es als Schweizerin absolut Sinn macht, eine weitere Landessprache zu erlernen und regelmässig zu üben. Das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung für eine nächste Französischlektion.

Dieser Blogbeitrag entstand in vollkommener Ruhe und Konzentration. Die Dauer der Medienzeit der Kinder, lag dafür weit über der erlaubten Tagesmenge, was aber für einmal niemand bemängelte oder störte.

In der Komfortzone gibt es nichts was dich weiterbringt. Stell dich der Herausforderung!

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 56

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Heute ist freiwilliger Unterricht. Zumindest für zwei meiner Kinder. Die Lehrer*innen haben zwei Vorbereitungstage für den wieder startenden Präsenzunterricht erhalten. Es wurde den Schüler*innen frei gestellt, ob sie weiter am Schulstoff arbeiten wollen oder nicht. Bei uns wurde nicht lange diskutiert. Für mich war klar, dass mich nicht länger als nötig als Lernbegleiterin betätige. Zu gross wäre Kraftaufwand nebst all den Dingen, die ich sonst zu erledigen habe. Meine ausser Haus Tätigkeiten starten nächste Woche wieder und so habe ich mir ebenfalls zwei Vorbereitungstage verordnet, plus eine Erholungsphase, die ich nach diesen drei Fernunterrichts-Wochen dringend benötige. Auch die Kinder haben nicht lange überlegt. Das Pflichtbewusste war bereits in den Startlöchern und kramte Aufgabenblätter hervor, als das Kreativdenkende über all die Möglichkeiten zu referieren begann, welche zwei vogelfreie Tage zu bieten haben. Seither habe ich die beiden nur beim Zmittag gesehen.

Stopp, das stimmt so nicht ganz.

Es gab da noch eine Stunde, die wir nach dem Mittagessen gemeinsam im Garten auf der Bank, vor unserem neu installierten Wildbienenkasten, verbrachten. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den letzten Tagen, Wochen, Monate….Jahre (?) einmal so lange (oder überhaupt einmal?!) friedlich mit den beiden irgendwo gesessen und dabei kleinen Tieren bei der Arbeit zugesehen habe. Dabei haben wir gesprochen und nachgedacht. Es gab in diesem Gespräch philosophische Gedanken, naturpädagogische Fragen und Antworten und auch längere Diskussionen rund um die Familienhistorie.

Als wir dann nach einer Stunde auseinander gingen, hatte ich ein äusserst wohliges Gefühl in meiner Bauchgegend. Eigentlich war es auch eine Art Unterrichtsstunde, die wir da im Garten hatten. Unterrichtstunden gab es in den letzten Wochen einige. Keine davon hatte aber so zufriedenstellend geendet. Meist hatten wir zwar das befreiende Gefühl, etwas abgearbeitet zu haben, aber es fühlte sich nie wirklich befriedigend an. Dieses mal war es komplett anders. Wir konnten zwar nichts abhacken und es blieben viele Fragen offen, aber wir gingen gestärkt auseinander.

Ich freue mich so sehr, ab nächster Woche zu Hause einfach wieder nur Mutter sein zu dürfen und wünsche mir, dass solche Momente weiterhin Teil davon sein werden.

Gartenmandala by Sa

Dieser Beitrag habe ich draussen auf der Terrasse geschrieben, derweil zwei Kreative das Plantschbecken aus dem Keller geschleppt, aufgepumpt und mit Wasser gefüllt haben. Gleich danach, wurde sämtlicher Playmobilbesitz (ein Universum!) nach Draussen geschleppt und nun entsteht eine (zugegeben) unglaubliche Playmobilwelt. Natürlich war der Preis für diese ruhige Redaktionszeit, dass ich diese Betriebsamkeit ignoriert habe und mir bewusst bin, dass ich es bin, die am Abend die Kinder zum Aufräumen motivieren muss……….bzw. schlussendlich selber aufräumt.

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 52

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Sonntag, 3. Mai 2020

Lernen – wer gibt das Tempo vor?

Es ist einfacher, ein Lernen der individuellen Geschwindigkeit einzuführen, statt die Kinder therapeutisch oder medikamentös zu behandeln, damit alle die gleiche Geschwindigkeit haben.

Satz 154 aus “260 starke Sätze aus der Evolutionspädagogik – Ein Appell an die Gesellschaft” von Ludwig Kroneberg und Silke Gramer-Rottler

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 36

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Freitag, 17. April 2020

Es könnte gut sein, dass ich mich täusche, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass heute bei allen ein leichtes Aufatmen spürbar ist. Meine Gefühle dazu sind ambivalent, obwohl ich zugeben muss, dass auch ich mich etwas gelöster fühle. Andererseits ist es ja noch überhaupt nicht ausgestanden und die nächsten Wochen müssen sich weiterhin alle an die Massnahmen halten, damit die Fallzahlen niedrig bleiben. Wenn uns da mal nicht der Schnauf ausgeht.

Zum ersten Mal seit 5 Wochen bin ich heute einkaufen gefahren. Bisher hat dies ja mein Mann erledigt, der momentan als einziger ausser Haus tätig ist. Aber der zusätzliche Aufwand war für ihn eine Belastung und da wir eh nur einmal in der Woche einkaufen, ist es wirklich vertretbar, dass ich dies nun wieder übernehme. Eher aussergewöhnlich war, dass ich ins Migros gefahren bin. Da wir seit letztem Herbst unverpackt einkaufen, war ich bis vor Corona, meist in Läden mit entsprechendem Angebot unterwegs. So war ich irgendwann im Februar zuletzt in einem Migros. So war alles sehr ungewohnt für mich und mit meiner mischformigen Gehirnstruktur zusätzlich herausfordernd. Aber ich habe es geschafft. Wir haben es geschafft. Meine jüngste Tochter war als Unterstützung dabei. Somit war ich auch in meiner Vorbildfunktion als Mutter gefordert. Wie hält man die Hygienemassnahmen beim einkaufen ein und gefährdet unwissentlich keine Mitmenschen. Gemeinsam haben wir unser Verhalten überprüft, besprochen welcher Abstand eingehalten werden muss und über die Massnahmen diskutiert (wieso können keine Socken gekauft werden, wohl aber Kosmetik). Wir haben auch das Verhalten anderer beobachtet und unser eigenes hinterfragt. Wenn ich da an die Hygieneregeln meiner Kindheit denke, dann kann ich kaum fassen, womit sich mein 9-jähriges Kind auseinandersetzen muss. Obwohl, vielleicht wird es für sie auch zur blassen Erinnerung? So wie für mich heute der Mauerfall, der Kalte Krieg oder Tschernobyl. Wobei es wohl eher zur Selbstverständlichkeit wird. Die saisonalen Grippenviren sind echt arm dran nächsten Winter.

Für einen grossen Lacher bei einer Verkäuferin sorgten wir, als ich nach der Handdesinfektion beim Ausgang zur Tochter meinte, wenn sie sich im Gesicht kratzen möchte, dann wäre JETZT der richtige Zeitpunkt dafür. So schwierig die Situation ist, es ist ein schönes Gefühl, es gemeinsam schaffen zu können.

Vorratsschrank im Unverpackt-Haushalt

Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 31

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Ostersonntag, 12. April 2020

Erlebnis Schreibmaschine

Die Evolutionspädagogik beschäftigt sich mit dem “Wie” und weniger mit dem “Was” beim Lernen.

Unter Pädagogik wird immer noch überwiegend nur die Stoffvermittlung verstanden. Dass der/die Lernende dabei im “Gleichgewicht” sein muss, wird weder erkannt noch beachtet.

Satz 77 aus “260 starke Sätze aus der Evolutionspädagogik – Ein Appell an die Gesellschaft” von Ludwig Kroneberg und Silke Gramer-Rottler