Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 9

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Samstag, 21. März 2020

Heute wurde ich gefragt, wie es uns in der derzeitigen Situation gehe. Ja, wie geht es uns? Die Kinder machen es super, aber sie sind nach wie vor voller Sorgen. Sie klagen häufig über Schmerzen, schlafen schlecht, brauchen viel Nähe und Verständnis. Oft fliessen Tränen oder der Zorn bricht hervor. Auch wir Erwachsenen schwanken fast Stündlich zwischen Optimismus und Panik. Es ist wie eine grosse Welle, die auf einem zurast und du weisst nicht, ob du stehen bleiben oder davon rennen sollst. Gleichzeitig ist dir klar, dass es egal ist wie du entscheidest, denn du hast keine andere Wahl, als abzuwarten. Die Welle wird dich erfassen, ob du nun stehst oder rennst.

Die erste “Welle” errichte uns heute Morgen beim Frühstück. Der “GizzleShizzle” von Radiomoderator Tom Gisler von letztem Freitag, rette uns. Wer auch etwas positives gegen eine “Welle” benötigt, schaue doch einfach bei @gislertom auf Instagram oder gleich auf Youtube das Video mit “Scaccapensieri”.

Was wir haben, ist der Moment und der ist es, den wir beeinflussen können. Das haben wir heute den gesamten Tag umgesetzt. Beim zeichnen, spazieren oder beim gemeinsamen Fernsehabend. Wenn es uns gerade gut geht, versuchen wir anderen per Telefon, verschickten Fotos oder Zeichnungen Freude zu bereiten. Wir leihen Gegenstände, Bücher oder ähnliches aus und bekommen im Gegenzug Eier, elektronische Geräte oder ein dankbares Lächeln geschenkt. Wenn es einem von uns grad nicht gut geht, haben wir Verständnis und sind einfach da. Nichts wird klein geredet. Es ist mir wichtig, dass die Kinder den Gefühlen Ausdruck geben, sich nicht verschliessen und dann im Anschluss wieder fähig sind einen positiven Gedanken zu fassen.

Es sind die kleinen, feinen Dinge die viel geben und Hoffnung machen. Zwar ist unser Radius klein, aber die Möglichkeiten die er immer noch beinhaltet sind unglaublich reichhaltig. Heute habe ich mir sogar einen lange gehegten Traum erfüllt und bin auf einen Jägerhochsitz geklettert. Es war ein sehr erhabenes Gefühl. Die Welt war auf einmal überschaubar und weit weg. Die Momente in der Natur erden uns und lassen uns aufatmen.

Mut tut gut! Wer etwas schafft, der traut sich auch an die nächste Aufgabe!

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