Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 7

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Donnerstag, 19. März 2020

Wir haben uns zu Hause eingerichtet. Die Leitlinien die uns unser Tagesplan gibt, geben Struktur und Halt. Ich bin sehr stolz auf die Kinder, die voll dabei sind und nun Daheim zur Schule gehen, als wäre es nie anders gewesen. Dazu haben auch ihre Lehrer*innen beigetragen. Seit Dienstag sind wir im Besitz von drei liebevoll und sorgfältig zusammengestellten Dossiers, die wir nun bis nächste Woche durcharbeiten dürfen. Auch die Musiklehrer*innen haben sich einiges Einfallen lassen und haben uns damit Freude bereitet.

Nicht nur die Kinder brauchen Nähe
Zu tun gibt es ordentlich.

Es mag jetzt alles friedlich und zufrieden tönen. Ist es in kurzen Sequenzen auch, aber trotzdem befinden wir uns in einem totalen Ausnahmezustand. Bis gestern hatte ich, bedingt durch die ganze Umstrukturierung, die uns COVID19 beschert, täglich bis zu 70 WhatsApp-Nachrichten und E-Mails mit Absagen, Beschlüssen und Informationen. Meine Jobs, Ehrenämter und Hobbies werden alle tangiert. Als dann gestern Abend mit meinem Jogakurs (meine Ahnung von Montag hat sich also erfüllt) der letzte Termin in unserer Agenda gestrichen worden war, konnte ich zum ersten Mal etwas durchatmen bzw. zusammenbrechen.

Auch sonst hatten es die bisherigen (Schul-)Tage in sich. Die Kinder fordern meine Anwesenheit, meinen Halt und ich selber gebe so viel wie geht, ohne selber Halt zu haben. Daneben ist es auch nicht unbedingt möglich, den Aushalt einfach Haushalt sein zu lassen. (Diesen Spruch hatte ich schon gehasst, als ich mit den Kleinkindern daheim war. Klar kann auch mal was liegen bleiben, aber wenn man es ständig vor Augen hat und gerade jetzt, nicht einmal davor flüchten kann, ist es einfach belastend.) Auch im regulären Alltag, war ich bereits sehr gefordert, alles einigermassen auf die Reihe zu bekommen. Jede Mutter, ob berufstätig oder nicht, kennt das. Nun kommen noch vollkommen neue Situationen dazu. Ich bin zum Beispiel nie mehr alleine in der Küche. Die Kinder wollen und sollen helfen, aber es gibt dann automatisch mehr Dreck, Unordnung und Durcheinander. Klar, das kann beseitigt werden, aber wenn die eh Zeit knapp ist, dann müsste das nicht auch noch zusätzlich sein. Ausserdem wäre es sinnvoll, die gesamte Einkaufslogistik schlau aufzugleisen. Derzeit hat nur noch mein Mann Sozialkontakte ausser Haus, bedingt dadurch, dass er Arbeiten gehen kann. Er benötigt, deshalb gut gebündelte Informationen, wo er möglichst alles, was gebraucht wird, auf einen Schlag bekommt. Ohne Zeit und klaren Kopf ist es fast unmöglich das zu durchdenken. Beides ist derzeit nicht nur Mangelware, sondern überhaupt nicht vorhanden.

Aber wir geben uns Zeit. Müssen wir ja eh. Es ist kein Kurzstreckenlauf, es wird definitiv ein Marathon. Ich gehe davon aus, dass dies bis zu den Sommerferien unser Alltag sein wird. So schrecklich es gerade ist, was auf dieser Erde passiert, so dankbar bin ich, dass ich es mit dieser, meiner Familie meistern kann.

Einfach Daheim sein ist genug!

Kampf dem COVID19 by Da

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