Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 26

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Dienstag, 7. April 2020

Wir bewegen uns alle ausserhalb der “Comfort zone”, deshalb wird grad viel Neues gesäht, das wachsen wird oder schon wächst.

So wie Igor Levit jeden Tag um 19.00 Uhr auf Twitter/Instagram live einfach auf seinem Klavier los spielt, so schreibe ich jeden Tag einfach darauf los. Blog schreiben war schon lange etwas was ich machen wollte, aber es fehlte dann immer die Zeit oder ich machte mir ewig lange Gedanken, was ich denn gescheites schreiben könnte. Wenn ich es dann mal geschrieben hatte, dann las ich es x-mal durch und war dann doch nicht zufrieden, um es online zu stellen. Das ist nun anders. Seit 26 Tagen schreiben ich jeden Tag etwas. Meist in den einzigen ruhigen Minuten des Tages, manchmal auch ohne Ruhe. Eigentlich immer bin ich müde und häufig habe ich keine Ahnung was ich schreiben werde. Wenn ich dann mal einen Plan habe, dann wird dieser während dem Schreiben ziemlich sicher über den Haufen geworfen. Eines weiss ich aber auf sicher, es wird nur schwieriger wieder rein zu kommen, wenn ich einen Tag auslasse.

Heute war die Versuchung gross, hier einfach “Migräne” rein zu schreiben und mich wieder raus zu schleichen. Zudem war die Stimmung bei uns im Hause zum ersten Mal am kippen. Wir sind uns nicht mehr genug. Es fehlen Aussenreize und Gleichgesinnte, nicht nur Kernfamilienangehörige. Ich bin wie jedes Jahr frühlingsmüde und es fehlt die Kraft ausgleichend tätig zu sein. Wenn dies aber unser persönlicher Tiefpunkt in der gesamten Coronazeit wäre, dann würde ich diesen sofort als solchen annehmen. Denn geht uns dennoch gut! Wir können anderen Freude bereiten (es hat noch nie so viel Spass gemacht Osterhase zu spielen), uns gegenseitig aufmuntern und verpassen tun wir in der Welt da draussen auch nichts. Kein FoMO (Fear of missing out). Es wird aber deutlich, dass die “spannende” Anfangszeit nun vorbei ist. Wir befinden uns nun im (nicht selbst gewählten) Alltag.

Alltag bedeutet Routine. Routinen und Automatismen, ermöglichen uns körperlich und geistig Energie zu sparen, um sie dann anderweitig einzusetzen zu können. Die Kinder sind mir, dank ihrer altersbedingten Anpassungsfähigkeit, voraus. Sie haben bereits neue Energie, die sie einsetzen wollen. Seien wir also gespannt, wie es weitergeht.

Kleine Liebesbekundung im Alltag

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