Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 15

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Wir haben bereits den 15. Tag den wir in unserem Daheim verbringen. Bis auf einige kurze Spaziergänge, haben wir die Zeit in unseren vier Wänden verbracht. Die Tage verschwimmen ineinander und heute wissen wir kaum mehr, was gestern war. Es fühlt sich immer noch sehr unwirklich an. Nach wie vor konsumiere ich nur sehr selektiv und dosiert Nachrichten von aussen. Nur wenn ich mich gut und gewappnet fühle, traue ich mich kurz einen Blick in die Medienwelt zu werfen. Immer wieder fallen mir dann die reisserischen Zeilen einiger Informationsmedien ins Auge. Ich ärgere mich und frage mich, ob es nötig ist bei den eh schon besorgten Menschen noch mehr Ängste zu schüren. Aber das einzige was ich für mich tun kann ist, mich dem bewusst zu entziehen. Nach wie vor reicht es einfach Daheim zu sein und mich dem hier und jetzt zu widmen.

Souvenir aus Berlin

Die Jüngste hat mich heute darauf aufmerksam gemacht, dass der Stundenplan nur für insgesamt zwei Stunden eingehalten wurde. Sie und ihr Bruder hatten am Morgen wie gehabt ihre Schulstunden absolviert und während dieser Zeit Briefe an ihre Freund*innen geschrieben. Danach waren sie so in ihre sonstigen Tätigkeiten vertieft, dass ich sie habe machen lassen. Ich war auch froh drum. So konnte ich meine eigenen Interessen verfolgen, wurde aber dann dabei ertappt.

Unsere Oberstufenschülerin hatte heute den ersten Test unter den Homeschooling-Umständen, was zu einer kurzen Hektik im Vorfeld führte. Ungewohnte Situationen sind für sie immer eine grosse Herausforderung. Diesmal konnten wird die Gelegenheit nutzen eine Mini-Evolutionspädagogik-Einheit absolvieren. Der Test selber (unter der Aufsicht der Lehrerin am Handy) verlief dann zu ihrer Zufriedenheit und nun hat auch sie Ferien. Diese hat sie sich wirklich verdient. Ich bin sehr stolz, welche Leistung sie in den letzten zwei Wochen erbracht hat. Ihre Motivation, die Selbstorganisation unter all diesen Umständen und dem ganzen Stress waren beeindruckend.

Test mit Handyüberwachung der Lehrerin

Nebst den Schulferien der Kinder, hat in der nächsten Woche auch mein Mann Urlaub. Somit wäre die Familie in dieser Zeit auch tagsüber komplett. Meine Gefühle sind etwas gemischt. Es wird eine neue Herausforderung werden. Die Kinder und ich, haben deutlich einen anderen Rhythmus, als er es in den letzten Wochen bei der Arbeit hatte. Aber ich freue mich darauf, dass wir die Aufgaben des Alltags auf einen mehr aufteilen können.

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