Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 14

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Brief von der Freundin mit Mutparole

Donnerstag, 26. März 2020

Nachdem gestern zwei unserer drei Kindern ihre Schulunterlagen abgegeben haben, haben wir nun einen Zustand, den man als Ferienstart bezeichnen könnte, wenn sich denn etwas ändern würde. Tut es ja aber nicht, weil wir dennoch Daheim festsitzen. Es tun sich keine neue Welten auf. Die Perspektive bleibt die gleiche. Die älteste Tochter, Oberstufenschülerin, hat noch einiges zu erledigen, aber sie arbeitet weitestgehend selbstständig und gewissenhaft, so dass ich an der Schulfront nicht (oder kaum) mehr gebraucht werde.

Wir hatten heute also einen Testlauf für die nächsten drei (!!!) Wochen. Klar ist, es müssen Verhandlungen geführt , Lösungen gefunden werden. Wie viel Struktur braucht es? Wie viel Mithilfe und Ordnung ist erwünscht. Wie viel Langeweile muss ausgehalten werden, wann ist die Kreativität und Eigeninitiative einzuschränken. Wie teilen wir die Zeit sinnvoll ein und natürlich darf auch Sinnloses Raum bekommen. Dies alles mal fünf und immer wieder von Neuem, denn keiner soll zu kurz kommen oder zumindest selbst den Entscheid zum Konsens fällen können. Ich bin gespannt,…..

……………aber nun erst einmal müde. Ein deutliches Zeichen, dass die letzten Tage, Wochen viel Kraft gefordert haben. Die erste Anspannung ist vorbei und es hat sich eine Normalität in der Ausnahmesituation eingestellt. Ein Hoch auf die Anpassungsfähigkeit. Trotz Anpassung ist mir klar, dass meine Reserven nur im Notfall aufgebraucht werden dürfen und ich meine eigenen Bedürfnisse nicht übergehen darf. Seit einer Erschöpfungsdepression vor einigen Jahren, habe ich grossen Respekt davor, wieder mit leeren Akkus und ohne Lebensfreude dazustehen. Deshalb habe ich mir bereits zu Beginn dieser speziellen Zeit folgendes vorgenommen:

  • Jeden Tag ein Spaziergang an der frischen Luft (ich habe eine Minimalrunde, die ich nach Zeit und belieben verlängern kann). Bisher habe ich dies bis auf eine Ausnahme geschafft, auch wenn es ab und an auch schon dunkel war.
  • Ich verfolge nur meine ausgewählten Informationsquellen: Pressekonferenzen des Bundesrates, Podcast von Professor Dr. Drosten (Charité Berlin), offizielle Webseiten von Bund-, Kanton und Gemeinden, Berichterstattung des Mannes aus dem Alltag in der Aussenwelt. Die Tagesschau je nach Bedarf (eher selten). Seit einigen Tagen höre ich auch kein Liveradio mehr, um da den Nachrichten zu entgehen. Von der “Aussenwelt” bekomme ich via Telefon, E-Mail, WhatsApp, Instagram auch sonst noch genug mit. Bis auf Daheim sein, auf mich achten und die Kinder begleiten, kann ich grad nichts beitragen.
  • Meine Blog-Schreibe-Zeit ist mir heilig. Sie sollte (nicht mehr) mitten in der Nacht stattfinden, sondern um 16.00 Uhr. Jeder in der Familie hat das zu respektieren. Derzeit arbeite ich noch am einhalten der Tageszeit.
  • Genug Schlaf! Die Verlockung ist gross, abends noch eine Runde anzuhängen, wenn alles schläft und es ruhig ist. Aber dafür fehlt dann die Energie am nächsten Tag. Lieber ab ins Bett und Kraft tanken.
  • Trinken! Jeden Morgen koche ich eine Kanne Tee und diese muss bis am Abend leer sein.
  • Eins ums andere. Auch wenn ich das Gefühl habe, es wäre jetzt an der Zeit alles umzuräumen, umzubauen und Neues zu realisieren. Dazu ist noch genug Zeit. Es eilt nicht und unser Daheim läuft uns nicht davon.
  • Einfach da sein ist gut genug!
  • Atmen! Mindestens einmal im Tag bewusst und mindestens einmal in der Woche beim Yoga.

Und ihr so? Wie teilt ihr euch eure Kräfte ein? Wie plant ihr euch Auszeiten ein und welche sind das?

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