Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 13

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Mittwoch, 25. März 2020

Heute war ich wütend. Sehr wütend. Es begann damit, dass ich diesen Artikel las https://daslamm.ch/corona-bundesbern-scheint-viele-lebenswelten-schlichtweg-nicht-auf-dem-schirm-zu-haben/

Meine heutige Wut ist auch sonst immer mal wieder da und so ist klar, dass sie sich mit der Krise auch eher verstärken und nicht einfach so verabschieden wird. Wobei eine kleine Hoffnung war doch da, dass sich JETZT etwas ändern könnte, denn es müsste sich JETZT etwas ändern.

Es müsste sich JETZT etwas ändern für all die Frauen und Minderheiten, die sich letztes Jahr im Juni auf die Strassen begeben haben. Die, die friedlich für eine gleichberechtigte Lösungen demonstriert haben. Die, die sich JETZT alle für unser Land einsetzen und momentan keine Kraft haben die Stimme zu erheben, weil sie jetzt neben Job und Haushalt auch noch die Kinder Zuhause unterrichten. Es müsste sich auch etwas ändern für all die Individualisten, die auch sonst kein geregeltes oder nur kleines Einkommen haben. Dazu zähle auch ich. Ich bekomme nichts! Mein kleines Unternehmen steht still und kleinere weitere Einkommen sind (bis auf eines auch hinfällig) und für den Ausfall bekomme ich kein Geld, weil unser Einkommen durch meinen Mann gesichert ist. Gesichert dadurch, dass er jeden Tag mit einem unguten Gefühl zur Arbeit darf/muss. Denn dort wo die Wirtschaft (noch) funktioniert, wird sie munter aufrecht erhalten. Kein Homeoffice und auch keine Nachfrage des Arbeitgebers, wie die Kinderbetreuung geregelt wird. Es gibt ja eine Ehefrau! Die Krise bringt es einfach deutlich ans Licht. Es ist nichts gut.

Seit den Weisungen des Bundesrates am Freitag, 13. März 2020 warte ich darauf, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt wird. Eine finanzielle Hilfe für jeden einzelnen in diesem Land. Wer, wenn nicht wir könnte sich das leisten?! Es wäre ein Signal an alle. Du bist es wert! Wir unterstützen dich, bei dem was du gerade leistest. Wir lassen dich nicht im Stich!

Wann wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt zu begreifen, dass die Menschen in diesem Land mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, für das Zuhause bleiben bezahlt werden sollen.

Danach wurde der Tag sehr schön. Die zwei Primarschüler und ich haben alle Schuldossiers beendet, ins Couvert gesteckt und zufrieden in der Schule abgeliefert. Unsere Oberstufenschülerin hatte eine Klassen-Videokonferenz auf Teams und war danach beseelt. Endlich konnte sie wieder einmal alle sehen. Leider funktionierte ihre Laptopkamera nicht und so blieb die aufwändige Frisur ungesehen. Morgen wird sie zum ersten Mal ihn ihrem Leben einen Test online absolvieren. Überwacht von ihrer Lehrerin.

In der ganzen Familie ist eine Grundmüdigkeit zu spüren, wie es auch sonst vor den Ferien der Fall ist. Es ist an der Zeit den Akku neu zu laden. Ich bin schon sehr gespannt, wie dies unter den momentanen Umständen stattfinden wird.

Etwas möchte ich noch unbedingt da lassen. Quasi ein Fundstück in der Krise. Auf Youtube findet ihr unter “Albas tägliche Sportstunde” ein jeden Tag ein Sportprogramm für Spielgruppen-, Kindergarten und Kitakindern sowie Grundschul- und Oberstufenschüler*innen. Als Lernberaterin kann ich euch dieses kostenlose Angebot sehr ans Herz legen. Es ist eine niederschwellige und einfache Möglichkeit, tägliche eine Bewegungseinheit in den Schulalltag zu bringen. Auch Erwachsene im Homeoffice oder bei der Lernbetreuung profitieren von dieser Bewegungspause. Wir hatten heute beim testen viel Spass!

Die Schuhe gehörten zum Turnprogramm…

2 Gedanken zu „Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 13#8220;

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