Homeschooling – ein Tagebuch – Tag 11

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und 3 Kindern wird durch die Schulschliessung, eine Massnahme der Schweizer Regierung aufgrund der Corona Pandemie, mit Homeschooling konfrontiert.

Montag, 23. März 2020

Seit meiner letzten Beratung vor 12 Tagen, stehen meine Arbeitsmaterialien in der Ecke.

Gestern hatte ich geschrieben, dass mir meine Arbeit als Spielgruppenleiterin fehlt. Genauso fehlt mir die Arbeit als Lernberaterin. Seit dem Abschluss meiner Ausbildung zur Evolutionspädagogin im Juni 2018, habe ich mit grosser Freude Vorschul-, Schulkindern und auch Jugendlichen beim bearbeiten und überwinden von Schul- und Verhaltensproblemen geholfen. Es war für mich eine grosse Umstellung nebst der Familie und allen anderen Verpflichtungen dran zu bleiben und Zeit und Ressourcen für meine Beratungspraxis zu schaffen. Es gab immer wieder Rückschläge, aber ich bin dran geblieben. Nun steht wieder eine Krise an, die es zu überwinden gilt. Alle Beratungen absagen zu müssen, war noch das eine. Das war absolute Notwendigkeit und aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Aber ich erlebe momentan auch, wie sehr eine Familie, die Kinder, der Haushalt und alles, was damit zusammenhängt, mich vereinnahmt, so dass keine Zeit und Kraft mehr für mein kleines Unternehmen bleibt. Das machte mich heute traurig und hilflos.

Trotzdem nehme ich diese Gefühle, nach einem kurzen Spaziergang und etwas Distanz, an und bin dankbar dafür. Dankbar dafür, dass mir die Arbeit fehlt. Diese Gefühle sind mein Wegweiser und zeigen mir, wie wichtig diese Tätigkeit für mich ist und ich deshalb alles dafür geben werde, sie wieder aufzunehmen, sobald sich die Möglichkeit dazu ergibt.

Es ist grad schwierig die Balance zu halten. Aber ich suche nach Chancen und Möglichkeiten.

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