Umfrage – Teilnehmer*innen gesucht

Bestehende Wege auf neue Art begehen

Dir ist eine bedürfnisorientierte Elternschaft wichtig, die dein Kind optimal in seinen individuellen Fähigkeiten unterstützt und bestärkt. Du stößt dabei aber an Grenzen. Es gibt Probleme im Familienumfeld, der Betreuung, in der Schule, die das Kind meistern muss und du bist ratlos, wie du es dabei gezielt unterstützen kannst. Es macht dir Sorgen, dass dein Kind Mühe haben könnte, weiter seinen Weg zu gehen und dabei die Freude am Lernen und Entdecken verlieren könnte. Dir ist wichtig, dass das Kind bei der Suche nach der geeigneten Lösung im Mittelpunkt steht und bist bereit es bei der Anwendung im Alltag aktiv zu unterstützen und zu begleiten. Dabei zählt auch die Erfahrung, dass Schwierigkeiten zum Leben dazu gehören und wie diese auch künftig bewältigt werden können. Die Unterstützung soll unkompliziert, optimal in den Alltag integrierbar sein und dabei auch nicht zeitintensiv sein.

Hat der Text etwas in dir angesprochen? Kennst du das Gefühl? Du bist Lehrperson und es geht dir im Schulalltag mit deinen Schülerinnen und Schüler so?

Im Rahmen eines Marketingprojekts suche ich Mütter oder Väter (oder andere Personen die sich angesprochen fühlen), die bereit sind mit mir ein 30-minütiges Zoom-Interview zu führen. Gerne würde ich dieses Gespräch zu Auswertungszwecken aufzeichnen. Im Gegenzug biete ich im Anschluss 30 Minuten Beratungsgespräch, rund um euren Alltag mit Kindern und die Herausforderungen, die er mit sich bringt. Dabei habt ihr die Gelegenheit von meinen umfangreichen Beratungserfahrungen zu profitieren und natürlich auch das Modell der Evolutionspädagogik® näher kennen zu lernen. Natürlich dürfen sich auch bestehende Kund*innen melden. Ich freue mich auf eure Rückmeldung bis spätestens Sonntag, 13. November 2022.

Neues Schuljahr – neues Glück

Da wir das Leben nicht verlängern können, müssen wir es verdichten.

Roger Willemsen

Ein Sommer der nie zu Enden scheint liegt hinter uns. Unendlich lange Sonnenstunden, viel Wärme und Zeit für genussvolle Stunden ohne Termindruck. Nun ist es aber wieder soweit. Mit den bereits wieder kürzer werdenden Tagen und den Tautropfen über Nacht, hat der Schulalltag wieder begonnen. Was zunächst mit etwas Wehmut und zwiespältigen Gefühlen beginnt, wird bereits nach kurzer Zeit wieder zur Normalität.

Auch für mich beginnt ein neuer Abschnitt. In meinem neuen Beratungsraum konzentriere ich mich ab diesem Schuljahr zu 100 Prozent auf meine Tätigkeit als Lernberaterin. Die alleinige Raumnutzung ermöglicht es mir in der Terminvergabe flexibler zu sein und mich noch mehr nach der Kundschaft zu richten. Ausserdem gibt es mir Zeit und Raum, die vielen Ideen und Projekte zu realisieren die mir am Herzen liegen.

Seit 15 Jahren habe ich mir ein breites Wissen und einen grossen Erfahrungsschatz in Bezug auf die Entwicklung, die Betreuung und das Begleiten von Babys, Kleinkinder, Schulkindern und Jugendlichen angeeignet. Dieses Wissen und meine Leidenschaft Menschen dabei zu unterstützen ihre Ziele zu erreichen, kann ich bei meinen Entfaltungsberatungen einbringen. Gross und klein können davon profitieren. Mit dem Ziel: Niemand soll verloren gehen! Lernen ist eine evolutive Eigenschaft, die alle von Anfang an in sich tragen. Diese gilt es ein Leben lang zu waren und dazu Sorge zu tragen.

Mein aktuelles Angebot:

  • Lernberatungen für Verhaltens- und Schulthemen für Kinder und Jugendliche
  • Coaching und Beratung für Eltern, PädagogInnen und anderen Interessierten
  • Infoanlässe/Referate rund um die Evolutionspädagogik® und deren Umsetzung im Schul- und Familienalltag
  • “Evolutionspädagogik® im Klassenzimmer” Beratung von Spielgruppen/Schulen
  • “Evolutionspädagogik® erleben” ein Workshop für Kindergruppen (Spielgruppe, Kiga, Schule)

Ab Frühjahr 2023, nach Abschluss meiner Weiterbildung zur Kursleiterin, sind geplant:

  • Elternworkshops zum Thema Evopäd® im Familien- und Schulalltag
  • Schulung von Pädagog*innen rund um die Themen lernen und Kommunikation

Gerne beantworte ich eure Fragen rund um meine Tätigkeit und unterstütze euch und eure Familie bei Lern- und Verhaltensthemen. Kontaktiert mich noch heute per Telefon oder E-mail.

Raum zur Entfaltung gesucht

Ab Sommer 2022 werde ich mich voll und ganz auf meine Beratungstätigkeit und meine Weiterbildung zur Erwachsenenbildnerin konzentrieren. Deshalb bin ich auf der Suche nach einer neuen geeigneten und bezahlbaren Heimat für meine Entfaltungsberatungen.

Gesucht wird:

  • abgetrennter, heller Raum ca. 16 m2, mit Tageslicht (Sitzungszimmer, Praxisraum o.ä.)
  • Raum Wasseramt
  • Mobiliar wird nicht benötigt, ein kleiner Besprechungstisch mit Stühlen werde ich hineinstellen
  • Stauraum für meine Beratungsutensilien (Schrank oder Abstellraum), falls eine gemeinsame Raumbenutzung stattfindet
  • WC/Waschgelegenheit
  • Parkmöglichkeit in Gehdistanz
  • Tage: Dienstag- und Freitagnachmittag, ein Tag davon evtl. auch ganztags

Ich kann mir auch eine Zwischennutzung/gemeinsame Nutzung vorstellen und bin generell flexibel und offen für verschiedene Varianten. Vielleicht stehen irgendwo in einem Bürogebäude, Schulhaus oder Fabrik Räume frei und werden zu den gesuchten Tagen nicht benutzt? Gerne bin ich auch bereit evtl. Synergien zu nutzen und/oder mich einzubringen.

Ich bin dankbar über sämtliche Ideen, Hinweisen oder konkreten Vorschläge/Angebote.

Evopäd® im Unterricht – Ein Besuch im Schulhaus

Vor kurzem verbrachte ich einen Vormittag mit den Schüler und Schülerinnen der Schule Papillon in Aarburg. Das Ziel war, die Kinder verschiedene Bewegungsimpulse aus der Evolutionspädagogik® entdecken zu lassen. Egal ob gross oder klein, alle waren mit Interesse und Freude dabei und probierten nach und nach den gesamten Evopäd® Bewegungsparcours aus, den ich für sie zusammengestellt hatte.

Die letzten Vorbereitungen im Vorfeld

Nach einer Instruktion im Morgenkreis und einer gemeinsamen Begehung des Parcours, liessen wir die Kinder frei in ihrer Entscheidung, welchen Ablauf sie wählten. Es war auch möglich an ihren eigenen Lernangeboten zu arbeiten und das Angebot überhaupt nicht zu nutzen. Eigene Bedürfnisse sollten im Vordergrund stehen, allerdings immer mit Rücksicht auf die der anderen Teilnehmer*innen. Instinktiv wussten die Schüler*innen bereits beim ersten Kennenlernen, welche Posten sie sofort ausprobieren wollten. Nach und nach trauten sie sich aber auch an grössere Herausforderungen wie z.B. schwierigere Ausführungen der Übungen, Unterstützen und begleiten von anderen Kindern oder Posten, an die sie sich zu Beginn nicht heran wagten. Wir stellten fest, dass die Schüler*innen länger und intensiver sich mit dem Parcours beschäftigten als wir erwartet hatten.

Für jeden ausprobierten Posten konnten die Kinder in ihre Büchlein ein Stempel setzen und ihre damit ihre Erfahrung dokumentieren. Dieses Büchlein soll, nebst der Erinnerung an den Vormittag, eine Ermunterung sein, auch künftig die eine oder andere Übung zu wiederholen. Sei es im Schulalltag, zu Hause oder nur als gedanklicher Impuls.

Nebenbei hatte ich Gelegenheit, mich mit den beiden Lernbegleiterinnen Fiona Hess und Nadja Kunz über den Schulalltag auszutauschen. In welchen Situationen können die Übungen auch künftig in den Unterricht integriert werden? Wie lässt sich das Klassenzimmer mit den bestehenden Materialien bewegungsanregend und lerngerecht gestalten? Wir stellten fest, dass das Meiste vorhanden war und sich alle Bewegungsangebote mit dem bereits Vorhandenen unkompliziert realisieren lassen. Dadurch, dass die Kinder und ihre Lernbegleiterinnen die Übungen nun kennen, lassen sich diese auch in Zukunft individuell und nach Bedarf in kurzen Sequenzen in den Unterricht einbauen.

Nach dem kurzweiligen Vormittag verlasse ich zufriedene Kinder und Lernbegleiterinnen, die sich mit Elan dem weiteren Schultag widmeten.

Diese unkomplizierte Art und Weise die Evopäd® kennenzulernen ermögliche ich gerne auch anderen Kindern und ihren Lernbegleiter*innen. Meine mobile Beratungspraxis wartet auf ihren nächsten Einsatz. Bei Interesse meldet euch unverbindlich bei mir. Egal ob Altersheim, Kindergarten, Krabbelgruppe, Spielgruppe, Schule, Musikschule etc. Evopäd® lässt sich überall einsetzen und ich erarbeite individuelles Angebot.

Ohne meine Assistenten geht nichts

Meeting Evopäd® – Mensch

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd® auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Die siebte und letzte Gehirnstufe des Evopäd®-Modells ist der “Mensch”. Sie steht für den evolutiv neusten Bereich des Gehirns. Alles was in unserem Gehirn verarbeitet, gelernt und verinnerlicht wird, wird schlussendlich darüber vereinigt und angewandt. Über den präfrontalen Kortex erfolgt dann die Planung von komplexen Verhaltensweisen und der Ausdruck unserer Persönlichkeit.

Wissenschaftler bezeichnen diese anspruchsvollen Aufgaben, die im präfrontalen Kortex gemeistert werden, als “exekutive Funktionen”. Wir können unsere Umgebung bewerten und Kontrolle über unsere Gedanken übernehmen. In der Evopäd® sprechen wir von der Kommunikations- und Kooperationskompetenz.

Die Fertigkeit mit dem Gehirn kognitiv Höchstleistungen zu erbringen, wird in unserer Gesellschaft als äusserst erstrebenswert angeschaut. Dies ist auch in unserem Schulsystem gut zu erkennen, welches schlussendlich immer ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellt. Es ist bewundernswert zu welcher intellektueller Arbeit der Mensch fähig ist. Viele unserer Errungenschaften, die durch gewaltige Gehirnleistungen entstanden sind, sind für unserem Alltag und Leben ein grossen Segen.

Ein gesundes und fittes Gehirn, bildet sich jedoch nicht nur über Denkarbeit. Es ist quasi das Resultat eines erworbenen Erfahrungsschatz, der sich via Bewegung, Wahrnehmung und Sprache bildet. Für alle die sich mit dem Lernprozess von Kindern und Jugendlichen beschäftigen, ist es äusserst wertvoll zu wissen, dass sich der präfrontale Kortex erst im Alter von 20 – 25 Jahren (in Einzelfällen wird sogar von 30 Jahren gesprochen) seine Entwicklung abschliesst. Es ist also nicht erstaunlich, dass sich junge Erwachsene , über das Teenageralter hinaus, schwer tun die Welt zu verstehen und mit ihr zu interagieren.

“Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht!”

Unser Gehirn profitiert von vielfältige Erfahrungen

Machen wir uns also klar, dass es für heranwachsende Menschen deutlich mehr Zeit und Geduld benötigt, damit sie möglichst stressfrei eine umfassende Gehirnentwicklung bewältigen können, als es uns bewusst ist. Je mehr Reize, Herausforderungen, Unterstützung und Möglichkeiten wir dieser kognitiven Entwicklung zur Verfügung stellen, desto erfolgreicher wird sie verlaufen.

Es wäre deshalb wichtig, bei Kindern und Jugendlichen nicht zu früh auf Spezialisierung zu drängen. Wenn man bedenkt, dass bei einem 13-jährigen Kind unter Umständen noch einmal eine weitere 13-jährige intensive Gehirnentwicklungszeit bevorsteht, ist es unsinnig diese Entwicklungsphase einzuschränken. Viel wichtiger ist es neue Impulse zu geben und das Kind Dinge auszuprobieren zu lassen, mit denen es noch keinen oder wenig Kontakt hatte. Je mehr Freude, Interesse und Spiel dabei zum Zuge kommen, desto einfacher werden neue Inhalte gelernt und gefestigt. Dabei gilt es bewusst viel mit körperlicher Bewegung und praktischen Erfahrungen zu verbinden. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Je weniger Eltern ihre Kinder drängen und je mehr sich die Kinder selbst einbringen dürfen, desto besser. In unserer heutigen Welt kommen diese Erfahrungen eher zu kurz und deshalb müssten, gerade im schulischen Umfeld, diese Bereiche mehr Gewicht erhalten. Wir agieren umgebungs- und gesellschaftsbedingt verkopft, dies ist ein Fakt. Es macht keinen Sinn dies als negativ oder schlecht darzustellen. Aber es sollte uns bewusst sein, damit wir das fördern, was fehlt. Unser Gehirn wird es uns danken.

Unter diesem Gesichtspunkt, ist es um so schmerzlicher Jugendlichen zu begegnen, die nach 9 Jahren obligatorischer Schulzeit keinerlei Perspektiven mehr haben und sich nichts mehr zutrauen. Dabei wären sie gerade im richtigen Alter, um mit jugendlicher Lebensenergie die Erwachsenenwelt zu erkunden und praktische Lebenserfahrung zu sammeln. Gerade diese jungen Menschen sind eine Bereicherung für unsere bereits festgefahrenen Strukturen und können mit unvoreingenommener Sicht und neuem Elan wertvolle Impulse liefern. Es ist für verunsicherte junge Menschen hilfreich , wenn ein erfahrener Mensch ihnen vermittelt, dass Fehler, Unsicherheit, Planlosigkeit, Mutlosigkeit in diesem Alter (und natürlich auch später noch) sein dürfen. Dieser Vertrauensvorschuss ist die Grundlage, dass sich dies ändern kann.

Dabei hilft das bewusst sein, dass sowohl junge wie auch gereifte Gehirne ein Leben lang Entwicklungspotential haben. Denn: “Unvollkommen sein heisst noch wachsen können”.

Meeting Evopäd© – Reptil

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd© auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Jeder Mensch, der mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, der kennt die Verhaltensweisen die wir in der Evolutionspädagogik® der Reptil-Stufe zuordnen. Blockaden in dieser Stufe äussern sich meist sehr deutlich und lassen uns hilflos zurück, weil wir trotz viel Reden, Strafen und Schimpfen nichts erreichen.

Unser Reptil-Hirn ist eine nützliche Sache und hat uns Menschen weit gebracht. Es ist sozusagen die Kommandozentrale fürs Überleben. Wach sein, Schlaf, Atmung, Temperatur und grundlegende automatische Bewegungen werden von dieser Gehirnstufe (Kleinhirn) kontrolliert. Bei akuter Gefahr, wenn eine schnelle Reaktion gefordert ist, dann lässt es uns entweder erstarren oder loslegen.

Blockaden in der Reptil-Stufe können sich darin zeigen, dass ein Mensch ständig unter Strom steht. Sein Verstand möchte zwar anders, aber sein Körper kann es nicht zulassen. Nägel kauen, mit dem Bein wippen, ein verkrampfter Kiefer können äusserliche Anzeichen sein. Gerade bei jüngeren Kindern kann sich ein Verhalten in dieser Stufe darin äussern, dass Spielsachen impulsiv umhergeworfen, andere Kinder gebissen oder gehauen werden. Dabei ist es offensichtlich, dass diese Handlungen dem Kind passieren ohne, dass es vorsätzlich handelt. Wir können deshalb als Eltern/Pädagog*innen noch so oft sagen, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist. Das Kind weiss dies (wenn es nicht im Stress ist), aber wenn der Stress überhand nimmt, dann “macht” es mit ihm. Unser Reptiliengehirn macht das, was sich seit Beginn der Evolution bewährt hat, es übernimmt die Kontrolle im unbewussten Denken.

Deshalb ist es als Mutter/Lehrperson hilfreich zu wissen, dass es nichts nützt loszuschimpfen und am eigenen Verstand zu zweifeln, weil man manches halt schon 100 Mal gesagt hat und es dennoch nichts nützt. Im Gegenteil, eine Schimpftirade erhöht den Stress gleich noch einmal um ein Level und ist hinderlich, um ein Umdenken fürs nächste Mal zu bewirken. Vielmehr hilft es, sich bewusst zu machen, dass wir einen Menschen in dieser Gehirnregion nicht über den Verstand (Reden) erreichen können. Was wir brauchen ist eine “Ansprache” über die unbewussten Reflexe. Erst danach, im wieder stressfreien Zustand (wenn andere Gehirnregionen wieder Mitspracherecht haben), kann im Ruhe über das Verhalten gesprochen werden, wie ähnliche Situationen in Zukunft vermieden oder anders bewältigt werden können.

Dank der Evolutionspädagogik® gibt es zum Glück Interventionsmöglichkeiten die, wenn man sie kennt, ganze Klassen aus dem “Reptil-Modus” holt oder Eltern dabei unterstützt adäquat auf Kleinkinder zu reagieren, wenn diese entwicklungsbedingt diese Stufe entdecken. Praktischerweise sind diese Übungen so einfach und spassig, dass niemand gross dazu überredet werden muss. Denn wie immer gilt: das Gehirn lernt gerne in der Bewegung und mit Freude und Lust. Wichtig ist dabei einmal mehr: kurz und häufiger nicht lang und selten.

Meeting Evopäd© – Amphibie

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd© auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Als ich T. kennenlerne, sehe ich zuerst nur seine Mutter. Er selber steht hinter ihr und macht sich quasi unsichtbar. Beide stolpern quasi über die Türschwelle im Jugendhaus, weil sich der Junge angestrengt ans Bein der Mutter klammert und dadurch versucht für mich unsichtbar zu bleiben. Er ist wirklich gestresst durch diese Situation. Beide kommen das erste Mal zu mir und wissen nicht, was sie erwartet. T. wäre wohl am liebsten gar nicht erst aus dem Auto geklettert. Neue Umgebungen und unbekannte Menschen mag er gar nicht was auch dazu geführt hat, dass die beiden zu mir kommen. Die Mutter hat grosse Hoffnungen, dass sie in der Beratung Tipps erhält wie T. seine Scheu verliert, die im Alltag immer wie belastender wird. Die Befürchtung steht im Raum, dass seine fehlende Neugier ihn nach dem Übertritt in die Primarschule Schwierigkeiten bereiten wird.

Auch nach den ersten Minuten möchte T. lieber auf dem Schoss der Mutter sitzen und macht keine Anstalten die Räume zu erkunden. Mir scheint wahrscheinlich, dass T. wohl in der Amphibien-Stufe blockiert ist. Diese Stufe ordnen wir in der Evopäd® dem unbewussten Denken zu. Obwohl er Daheim aufgeweckt ist und sich für alles mögliche interessiert, ist er im Kindergarten scheu, spricht nur leise und zieht sich lieber alleine zurück, anstatt mit den anderen Kindern zu spielen.

Während ich mit der Mutter spreche, schaut T. immer wieder kurz zum Kriechtunnel. Dieser liegt bei mir immer einsatzbereit im Raum. “Warst du schon einmal in so einem Tunnel?” frage ich T. Er schaut mich kurz an, nickt und versteckt sich dann wieder im Arm seiner Mutter. “Dort kann man sich gut zurückziehen”, sage ich. “Wenn du neugierig bist, dann kannst du es mal ausprobieren. Aber du musst nicht, bei mir ist alles freiwillig.”

Ich spüre, dass T. wirklich neugierig darauf wäre in diesen Tunnel zu kriechen. Er schaut nun seine Mutter an und sie nickt ihm ermunternd zu. Er scheint die Gefahr nicht alleine abschätzen zu können. Deshalb stehe ich nun auf, hebe den Tunnel leicht an, damit T. sieht, dass sich nichts darin befindet. Gleichzeitig ziehe ich ihn noch etwas näher zu uns. Darauf scheint der Junge nur gewartet zu haben und ehe wir uns versehen ist er in der Röhre verschwunden. Im Rückzug fühlt er sich wohl. Nun beginne ich damit ihn in seiner Neugier zu wecken. Ein munteres Spiel, mit in den Tunnel zurück kriechen und wieder hervorschauen, beginnt. Das Eis ist gebrochen und T. ist für den Rest der Beratung neugierig und aufgeweckt, so wie seine Mutter es auch von zu Hause kennt.

Neugier ermöglicht neue Lernerfahrungen

Für die nächste Zeit ermuntere ich die Eltern, dass sie mit T. auch zu Hause mit Rückzug und Neugier spielen. Dazu eignet sich Verstecken spielen oder auch ein Tischhaus bauen. Die Mutter wird auch mit der Kindergärtnerin sprechen und erklären, dass es wichtig ist bei T. in Rückzugsmomenten die Neugier zu wecken oder ihm zu ermöglichen sich zuerst einmal zu verstecken und T. entscheiden zu lassen, wann er wieder hervor kommt. Dabei ist es wichtig T. auch in der Kommunikation über die blockierte Stufe zu begleiten. “Magst du dich zurückziehen?” “Kommst du wieder wenn du neugierig bist?” “Du kannst auch vorsichtig hervorkommen!” “Ist es schön versteckt zu sein?”

T. im richtigen Moment diese Möglichkeiten anzubieten, wird ihn dabei unterstützen neue positive Erfahrungen auf der Amphibien-Stufe zu machen. Es soll ihm ermöglichen leichter und gezielter zu unterscheiden, wann ein Rückzug wirklich angebracht ist oder ob eine natürliche Neugier mehr Sinn macht. Gerade im Kindergarten und später auch im Schulalltag wird es für T. wertvoll sein, wenn seine Neugier in stressigen Momenten, wenn neue Lernerfahrungen anstehen, nicht gleich verschwindet.

Auch ältere Kinder benötigen manchmal den Rückzug um neues zu lernen

Meeting Evopäd© – Säugetier

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd© auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Wer zum ersten Mal zu mir in eine Beratung kommt, der macht auch gleich Bekanntschaft mit der Säugetier-Stufe des Evopäd®-Modells. Die meisten Tests die ich in der ersten Beratung durchführe ordnen wir dieser Stufe zu. Dies macht auch Sinn, denn die Evolutionspädagogik® setzt damit an der Schnittstelle vom unbewussten zum bewussten Denken an. Wenn dieser Übergang, sowie auch die Verbindung von der rechten zur linken Hirnhälfte stabil ist, dann gelingt es am erfolgreichsten Stress zu überwinden und Problemlösungen zu finden.

Wenn jüngere Kinder zu mir in die Praxis kommen, dann liegt bereits eine liegende Holzacht an ihrem Platz am Tisch. Eine neue Umgebung, eine unbekannte Frau und eine Diskussion, bei der sich alles um die eigenen Person dreht, ist eine stressige Angelegenheit und verunsichert die meisten Kinder. Deshalb nutze ich dieses einfache Hilfsmittel und biete dem Kind die Gelegenheit, die Acht mit einer Kugel oder dem Finger abzufahren. Während ich erste Worte mit der erwachsenen Begleitperson wechsle, hat das Kind bereits die erste Stresshürde gemeistert. Die liegende Acht hat geholfen, das Kind spielerisch in seiner Gefühlssicherheit zu stärken. Bei älteren Klient*innen erfolgt die selbe Stabilisation mit einer gemalten liegenden Acht auf dem Papier und den dazugehörigen Schlaufen.

Viele allgemein bekannte Übungen aus Brain-Gym oder Bewegungsübungen aus der Kinesiologie unterstützen die Zusammenarbeit der Gehirnhälften und stabilisieren diese Stufe. Dies ist auch der Grund, weshalb viele Lehrpersonen sie im Unterricht einsetzen. Sie wissen, ein ausbalanciertes, stressfreies Gehirn lernt am besten und Kinder sind in der Regel gerne für Bewegungsübungen zu haben. Eine Win-Win-Situation für alle!

Ein grosser Vorteil bietet die Evopäd® in ihrer Interpretation, wann bzw. bei welchem Verhalten ein Kind (oder Erwachsener) von Übungen dieser Stufe profitieren kann. Ist eine Person aggressiv, traurig, ängstlich, schlecht gelaunt, weinerlich, nicht sicher in seinen Bedürfnissen, dann ordnen wir dies der Säugetierstufe zu. Dann ausgeführt, helfen die Übungen am meisten und ermöglichen es aus der Unausgeglichenheit herauszufinden.

Andere Themen dieser Stufe können sein: Probleme mit dem Zeitmanagement, Nähe/Distanzempfinden, links/rechts Unsicherheit, fehlende Händigkeit.

Möchtest du mehr erfahren? Evopäd® Übungen gezielt in der Schule oder auch privat einsetzen? Gerne gebe ich darüber Auskunft.

Säugetiere treffen sich

Meeting Evopäd® – Fisch

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd© auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Jugendliche Klient*innen sitzen häufig bei mir am Tisch, starren ins leere und können dabei nicht sagen, was das Problem ist, was sie fühlen, was sie wollen….. Sie sind lustlos und ohne jede Energie. Wenn mal etwas gesprochen wird, dann am ehesten: “Es ist mir egal.” oder “Das Leben ist halt scheisse.” Dabei überkommt mich oft das Gefühl, wir sässen gemeinsam vor einem Berg, der unüberwindbar erscheint und ich müsse mein Gegenüber dazu bewegen, entweder den Berg wegzuschaufeln oder hoch zu klettern. Das wird aber nicht passieren, denn genau deswegen ist dieser Schüler, diese Schülerin bei mir gelandet. Da haben sich bereits Eltern, Lehrer*innen und andere gutmeinende Menschen kommunikativ erfolglos abgemüht. Mein Gegenüber ist in seinem Urvertrauen erschüttert und es fehlt die Ruhe und Gelassenheit die Situation zu meistern. Mit den Umbrüchen, die in dieser Lebensphase automatisch erfolgen, entfernt sich der Schoss der Mutter, die starke Schulter des Vaters und es benötigt neue Strategien, um sich als junge*r Erwachsene*r in Sicherheit zu wiegen.

Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.

Jean-Paul Sartre
Wenn die (Ur-)Sicherheit fehlt.

Auf dem Modell der Evolutionspädagogik®, ordnen wir die Fischstufe dem unbewussten Denken zu. Es befindet sich im Stammhirn, welches uns zu Urzeiten aus Situationen gerettet hat, in denen reflexhaft reagiert werden musste. Dies erklärt auch, weshalb bei Blockaden auf dieser Stufe Gespräche nicht zielführend sind. Sie erreichen unser Gegenüber nur schwer und tragen nicht dazu bei, dass eine Handlungsfähigkeit entsteht, um das Problem zu lösen, zumal das Problem selbst, ja gerade vom Klienten/der Klientin nicht vollumfänglich erfasst werden kann.

Wenn Sprache versagt, dann hilft Bewegung. Mit diesem Grundsatz aus der Evolutionspädagogik® gelingt es die Klippe zu umschiffen. Die Grundübung aus dieser Stufe ermöglicht es, auf einfache Weise körperlich zu spüren, was es bedeutet “einfach da zu sein”. Dabei sind Augen und Gleichgewicht noch nicht relevant. Einzig die Atmung und dann und wann eine leichte Schaukelbewegung sind dafür nötig. Dabei ist es wie in jeder Evopäd®-Übung nicht wichtig, wie gut es gelingt. Viel wichtiger ist es sich einfach in diese Körpererfahrung zu begeben und zu beobachten wie es sich anfühlt.

“Einfach da sein.”

“Einfach da sein ist genug”

Meeting Evopäd® – Affe

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd® auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

L. ist eine aufgeweckte 5. Klässlerin und ist gern mit anderen Kindern zusammen. Immer wieder kommt es jedoch in Gruppensituationen zu Streitereien bei denen L. federführend ist. In der Schule sind die Leistungen der Schülerin gut bis hervorragend, wenn es um den aktuellen Stoff geht. Wenn ein Wissensthema schon etwas länger zurück liegt, dann fällt es L. schwerer sich daran zu erinnern und daran anzuknüpfen. Die Lehrerin muss L. während dem Unterricht häufig auffordern sich wieder an den Platz zu setzen, weil sie unnötig im Klassenzimmer umherwandert.

Ich arbeite mit L. in der 5. Stufe des Evopäd® Modells, der Affenstufe. Die immer wieder auftauchenden Streitereien in der Gruppe deuten drauf hin, dass sich die Schülerin schwer tut, wenn es um Teamkompetenzen geht. Dabei kann sie gut herrschen und Stimmung machen, es fällt ihr jedoch schwer sich anzupassen. Das umherwandern im Unterricht könnte darauf hindeuten, dass ihr der Überblick fehlt. Es könnte auch sein, dass L. sich von der Gruppe abhängig sieht und dabei ihre Individualität vergisst. Von Übungen im Turnunterricht, die Gleichgewicht, Klettern und Balancieren beinhalten, würde L. sehr profitieren. Dabei ist es wichtig, dass sie den Blick in der Balance frei im Raum umherschweifen lässt. Wahlweise könnte es auch Helfen einen Text auf dem Schaukelbrett o.ä. zu lesen, um das ziellose Umherwandern im Unterricht zu durchbrechen. Bei den Übungen bei mir in der Beratungspraxis begleite ich die Bewegungen sprachlich mit “Beschäftige dich mit dir selbst” oder “spiele mit den anderen”.

Die Themen der Affenstufe sind in der Pubertät besonders aktuell. Klettern, Schlittschuhfahren, Jonglieren oder auch Gruppenspiele können in der Schule gezielt eingesetzt werden, um den Jugendlichen wertvolle Impulse zu geben und das Klassenklima zu verbessern.

Einfach mal Affig sein…

Achtung: es gibt immer wieder Kinder die von Gleichgewichtsübungen, Jonglieren etc. überfordert sind und alles üben und motivieren keine Fortschritte bringt. Dort hilft es einen Blick in die darunter liegenden Stufen zu werfen. Vielleicht beginnt dieses Kind vorerst mit Übungen aus der 4. Stufe (Säugetier), um dann darauf aufbauen zu können.