Mission Entfaltungs(t)raum erfüllt

Freudig kann ich bekannt geben, dass ich eine neue Heimat für meine Lernberatungen gefunden habe. An dieser Stelle geht ein Dank an alle, die mit mir mit gefiebert und mich bei der Suche unterstützt haben.

Als ich im Juni 2018 nach Ausbildung zur Lernberaterin Evopäd® mit Beratungen begonnen hatte, war einer meiner Zukunftswünsche einmal einen eigenen Raum einzurichten und mit meiner Arbeit beseelen zu können. Durch Corona und das damit verbundene Auf und Ab, war daran zeitweise nicht zu denken. Nun wird sich dieser Wunsch erfüllen und ich bin unglaublich dankbar dafür. Dabei danke ich allen, die bisher den Weg zu mir gefunden haben und bisher meine Beratungen in Anspruch genommen haben. Ohne euch gäbe es keine Entfaltungsberatungen. Grossen Dank geht auch an das Jugendhaus-Team, welches mir in den letzten zwei Jahren grosszügig eine Heimat gewährt hat.

Neue Umgebung – neuer Ausblick

Bald wird es soweit sein und ich kann euch detailliert berichten, wie bzw. wo es nach den Sommerferien mit meinen Beratungen weitergeht. Ich freue mich schon auf viele neue Entfaltungserfahrungen in der neuen Umgebung. Dieser Wechsel wird für mich mit neuen Lernerfahrungen verbunden sein und auch mein Angebot wird im neuen Schuljahr zeitlich und inhaltlich erweitert und ergänzt. Natürlich sind auch in der Übergangszeit während den Sommerferien Beratungen möglich. Meldet euch bei Bedarf bei mir. Weitere Informationen folgen in den nächsten Wochen auf meinem Blog und für bestehende Kund*innen auch per Post und E-Mail.

Das Umzugschaos hat bereits begonnen….

Raum zur Entfaltung gesucht

Ab Sommer 2022 werde ich mich voll und ganz auf meine Beratungstätigkeit und meine Weiterbildung zur Erwachsenenbildnerin konzentrieren. Deshalb bin ich auf der Suche nach einer neuen geeigneten und bezahlbaren Heimat für meine Entfaltungsberatungen.

Gesucht wird:

  • abgetrennter, heller Raum ca. 16 m2, mit Tageslicht (Sitzungszimmer, Praxisraum o.ä.)
  • Raum Wasseramt
  • Mobiliar wird nicht benötigt, ein kleiner Besprechungstisch mit Stühlen werde ich hineinstellen
  • Stauraum für meine Beratungsutensilien (Schrank oder Abstellraum), falls eine gemeinsame Raumbenutzung stattfindet
  • WC/Waschgelegenheit
  • Parkmöglichkeit in Gehdistanz
  • Tage: Dienstag- und Freitagnachmittag, ein Tag davon evtl. auch ganztags

Ich kann mir auch eine Zwischennutzung/gemeinsame Nutzung vorstellen und bin generell flexibel und offen für verschiedene Varianten. Vielleicht stehen irgendwo in einem Bürogebäude, Schulhaus oder Fabrik Räume frei und werden zu den gesuchten Tagen nicht benutzt? Gerne bin ich auch bereit evtl. Synergien zu nutzen und/oder mich einzubringen.

Ich bin dankbar über sämtliche Ideen, Hinweisen oder konkreten Vorschläge/Angebote.

Evopäd® im Unterricht – Ein Besuch im Schulhaus

Vor kurzem verbrachte ich einen Vormittag mit den Schüler und Schülerinnen der Schule Papillon in Aarburg. Das Ziel war, die Kinder verschiedene Bewegungsimpulse aus der Evolutionspädagogik® entdecken zu lassen. Egal ob gross oder klein, alle waren mit Interesse und Freude dabei und probierten nach und nach den gesamten Evopäd® Bewegungsparcours aus, den ich für sie zusammengestellt hatte.

Die letzten Vorbereitungen im Vorfeld

Nach einer Instruktion im Morgenkreis und einer gemeinsamen Begehung des Parcours, liessen wir die Kinder frei in ihrer Entscheidung, welchen Ablauf sie wählten. Es war auch möglich an ihren eigenen Lernangeboten zu arbeiten und das Angebot überhaupt nicht zu nutzen. Eigene Bedürfnisse sollten im Vordergrund stehen, allerdings immer mit Rücksicht auf die der anderen Teilnehmer*innen. Instinktiv wussten die Schüler*innen bereits beim ersten Kennenlernen, welche Posten sie sofort ausprobieren wollten. Nach und nach trauten sie sich aber auch an grössere Herausforderungen wie z.B. schwierigere Ausführungen der Übungen, Unterstützen und begleiten von anderen Kindern oder Posten, an die sie sich zu Beginn nicht heran wagten. Wir stellten fest, dass die Schüler*innen länger und intensiver sich mit dem Parcours beschäftigten als wir erwartet hatten.

Für jeden ausprobierten Posten konnten die Kinder in ihre Büchlein ein Stempel setzen und ihre damit ihre Erfahrung dokumentieren. Dieses Büchlein soll, nebst der Erinnerung an den Vormittag, eine Ermunterung sein, auch künftig die eine oder andere Übung zu wiederholen. Sei es im Schulalltag, zu Hause oder nur als gedanklicher Impuls.

Nebenbei hatte ich Gelegenheit, mich mit den beiden Lernbegleiterinnen Fiona Hess und Nadja Kunz über den Schulalltag auszutauschen. In welchen Situationen können die Übungen auch künftig in den Unterricht integriert werden? Wie lässt sich das Klassenzimmer mit den bestehenden Materialien bewegungsanregend und lerngerecht gestalten? Wir stellten fest, dass das Meiste vorhanden war und sich alle Bewegungsangebote mit dem bereits Vorhandenen unkompliziert realisieren lassen. Dadurch, dass die Kinder und ihre Lernbegleiterinnen die Übungen nun kennen, lassen sich diese auch in Zukunft individuell und nach Bedarf in kurzen Sequenzen in den Unterricht einbauen.

Nach dem kurzweiligen Vormittag verlasse ich zufriedene Kinder und Lernbegleiterinnen, die sich mit Elan dem weiteren Schultag widmeten.

Diese unkomplizierte Art und Weise die Evopäd® kennenzulernen ermögliche ich gerne auch anderen Kindern und ihren Lernbegleiter*innen. Meine mobile Beratungspraxis wartet auf ihren nächsten Einsatz. Bei Interesse meldet euch unverbindlich bei mir. Egal ob Altersheim, Kindergarten, Krabbelgruppe, Spielgruppe, Schule, Musikschule etc. Evopäd® lässt sich überall einsetzen und ich erarbeite individuelles Angebot.

Ohne meine Assistenten geht nichts

Alltags-Evopäd®-Hack

Du fragst dich, wie du deinen Alltag mit etwas Evolutionspädagogik® bereichern kannst? Dann versuche es doch einmal mit dieser Übung aus meinem Beratungsalltag.

Stell dich ans Fenster und öffne es. Schau in die Ferne und beobachte die Natur/Aussicht. Nun öffne deine Ohren und achte bewusst auf Naturgeräusche. Falls du Lust hast, kann du dir nun noch sanft, in einem dir angenehmen Tempo mit der Faust auf den Thymus klopfen (oberhalb dem Brustbein) und dazu summen.

Lust auf mehr? Dann plane bald einen Spaziergang in der Natur ein oder verbringe Zeit im Garten.

Finde deine Position im Leben und unterstütze Körperausdruck und Sprache.

Wozu eine Lernberatung?

Immer wieder werde ich gefragt, wozu Menschen bei mir in die Lernberatung kommen. Dieser Blogbeitrag soll dazu beitragen diese Frage all jenen zu beantworten, die sich nicht zu fragen trauen oder via Internet und Google-Suche vielleicht sogar das erste Mal davon hören. Weshalb soll jemand zu mir kommen und was kann er/sie von mir erwarten?

In der praktischen Pädagogik fragen wir nicht danach, was dem Kind fehlt, was es kann oder nicht kann, sondern wir fragen und schauen, wie es die Welt wahrnimmt.

Ludwig Kroneberg, Silke Gramer-Rottler
Was wenn es gefühlt nicht mehr weiter geht?

Wer bei mir anruft und einen Termin vereinbart, der ist erfahrungsgemäss selten nur neugierig oder interessiert. Meistens sind es Eltern, die sich auf Lösungssuche befinden. Sie machen sich Sorgen, weil ihr Spielgruppen-, Kindergarten-, Schulkind oder auch Jugendliche/r mit Problemen zu kämpfen hat. Diese können sowohl schulischer wie auch privater Natur sein.

Manchmal sind es offensichtliche Schwierigkeiten (Lese-, Schreib-, Rechenprobleme) die schon länger bestehen, manchmal sind es auch kleine Auffälligkeiten (Mühe mit Einschlafen, Ruhelosigkeit, Gefühlsausbrüche), die nur die Eltern feststellen.

Oft versuchen die Eltern oder auch Lehrer*innen bereits längere Zeit das Kind mit verschiedenen Lösungen zu unterstützen und fördern, aber die Versuche scheitern oder sind nicht nachhaltig. Manche Kinder waren/sind bereits in der Logopädie, Psychomotorik oder im Nachhilfeunterricht. Manchmal fanden Elterngespräche satt, an denen Probleme festgestellt und festgehalten wurden, aber niemand wusste wie diese angegangen werden können. Manchmal wurde bereits vieles ausprobiert, hat aber nur eine bestimmte Zeit funktioniert oder gar nicht. All diese Unterstützungsangebote sind an eine Grenze gestossen, was die Eltern bewegt sich auf weitere Lösungssuche zu begeben.

Manchmal benötigt es eine neue Sicht, um die passende Lösung zu finden

Wieso sollte gerade eine Lernberatung Probleme lösen können?

  1. Sicht des Kindes

Das Modell der Evolutionspädagogik® unterstützt uns dabei zu erkennen, wie das Kind die Welt wahrnimmt. Was passiert, wenn die Herausforderung zu gross wird? Wo ist der Punkt der Überforderung? Dazu nutze ich meinen Blick, den der Eltern (wenn sie anwesend sind) und natürlich den des Kindes. Dabei ist es nicht nötig, genau zu wissen was den Stress auslöst und überhaupt darüber zu sprechen. Die Suche findet spielerisch und in der Bewegung statt.

2. Unvoreingenommene Sicht

Eine unvoreingenommene Sicht ist dabei grundlegend. Alles was das Kind kann ist richtig und wichtig. Daran muss nichts ändern. Veränderungen entstehen nur, wenn das Kind mit Freude und Interesse neue Erfahrungen macht und diese als so wertvoll erachtet, um sie zu integrieren. Da jeder Mensch ob gross oder klein intuitiv lösungsorientiert handelt, wird das Kind in jedem Fall diese Möglichkeit nutzen, wenn sie sich ihm bietet. Dabei ist es hilfreich, dass ich als Aussenstehende keinen Teil des Schul- und Privatalltags bin. Mein Blick ist unbelastet und ich bin bewusst kein Teil der (aktiven) Lösung. Mein Anteil beschränkt sich darin Verhaltensweisen zu erklären und Lösungsangebote zu machen.

3. Nachhaltige Unterstützung

Eltern und Kinder können nach einer Lernberatung (stressige) Situationen in der Schule und Alltag besser einschätzen und verfügen über neue Möglichkeiten diese zu meistern. Kinder lernen (entdecken wieder), dass sie eigenverantwortlich handeln können und am besten wissen, was sie brauchen. Dadurch können Eltern loslassen und aufatmen. Dabei profitieren sämtliche Familienmitglieder und auch das weitere Umfeld ob privat oder geschäftlich. Auch künftige Elterngespräche, Geschäftstermine, Gruppensituationen etc. werden dadurch entspannter verlaufen.

4. Lohnende Investition

Lernberatungen sind eine lohnende Investition. 2 – 3 Beratungstermine reichen aus, um eine neue Sicht auf die Welt zu erhalten. Sie lösen nicht in jedem Fall sofort jedes (Lern-)Problem, dazu ist das Gehirn zu komplex und keine Beratung mächtig genug. Doch: Nach einer Lernberatung haben meine Kunden, ob gross oder klein die Zuversicht und die Hilfsmittel, damit sie für jedes Problem eine neue situativ sinnvolle Lösung finden. Immer mit dem Ziel ein selbst bestimmtes, erfülltes und lernfreudiges Leben zu leben.

Sind weitere Fragen aufgetaucht? Bist du auf der Lösungssuche für dich oder dein Kind? Melde dich noch heute unverbindlich per E-Mail oder Anruf bei mir. Du wohnst zu weit weg für eine persönliche Beratung? Auch da findet sich bestimmt eine Lösung.

Meeting Evopäd® – Mensch

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd® auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Die siebte und letzte Gehirnstufe des Evopäd®-Modells ist der “Mensch”. Sie steht für den evolutiv neusten Bereich des Gehirns. Alles was in unserem Gehirn verarbeitet, gelernt und verinnerlicht wird, wird schlussendlich darüber vereinigt und angewandt. Über den präfrontalen Kortex erfolgt dann die Planung von komplexen Verhaltensweisen und der Ausdruck unserer Persönlichkeit.

Wissenschaftler bezeichnen diese anspruchsvollen Aufgaben, die im präfrontalen Kortex gemeistert werden, als “exekutive Funktionen”. Wir können unsere Umgebung bewerten und Kontrolle über unsere Gedanken übernehmen. In der Evopäd® sprechen wir von der Kommunikations- und Kooperationskompetenz.

Die Fertigkeit mit dem Gehirn kognitiv Höchstleistungen zu erbringen, wird in unserer Gesellschaft als äusserst erstrebenswert angeschaut. Dies ist auch in unserem Schulsystem gut zu erkennen, welches schlussendlich immer ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellt. Es ist bewundernswert zu welcher intellektueller Arbeit der Mensch fähig ist. Viele unserer Errungenschaften, die durch gewaltige Gehirnleistungen entstanden sind, sind für unserem Alltag und Leben ein grossen Segen.

Ein gesundes und fittes Gehirn, bildet sich jedoch nicht nur über Denkarbeit. Es ist quasi das Resultat eines erworbenen Erfahrungsschatz, der sich via Bewegung, Wahrnehmung und Sprache bildet. Für alle die sich mit dem Lernprozess von Kindern und Jugendlichen beschäftigen, ist es äusserst wertvoll zu wissen, dass sich der präfrontale Kortex erst im Alter von 20 – 25 Jahren (in Einzelfällen wird sogar von 30 Jahren gesprochen) seine Entwicklung abschliesst. Es ist also nicht erstaunlich, dass sich junge Erwachsene , über das Teenageralter hinaus, schwer tun die Welt zu verstehen und mit ihr zu interagieren.

“Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht!”

Unser Gehirn profitiert von vielfältige Erfahrungen

Machen wir uns also klar, dass es für heranwachsende Menschen deutlich mehr Zeit und Geduld benötigt, damit sie möglichst stressfrei eine umfassende Gehirnentwicklung bewältigen können, als es uns bewusst ist. Je mehr Reize, Herausforderungen, Unterstützung und Möglichkeiten wir dieser kognitiven Entwicklung zur Verfügung stellen, desto erfolgreicher wird sie verlaufen.

Es wäre deshalb wichtig, bei Kindern und Jugendlichen nicht zu früh auf Spezialisierung zu drängen. Wenn man bedenkt, dass bei einem 13-jährigen Kind unter Umständen noch einmal eine weitere 13-jährige intensive Gehirnentwicklungszeit bevorsteht, ist es unsinnig diese Entwicklungsphase einzuschränken. Viel wichtiger ist es neue Impulse zu geben und das Kind Dinge auszuprobieren zu lassen, mit denen es noch keinen oder wenig Kontakt hatte. Je mehr Freude, Interesse und Spiel dabei zum Zuge kommen, desto einfacher werden neue Inhalte gelernt und gefestigt. Dabei gilt es bewusst viel mit körperlicher Bewegung und praktischen Erfahrungen zu verbinden. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Je weniger Eltern ihre Kinder drängen und je mehr sich die Kinder selbst einbringen dürfen, desto besser. In unserer heutigen Welt kommen diese Erfahrungen eher zu kurz und deshalb müssten, gerade im schulischen Umfeld, diese Bereiche mehr Gewicht erhalten. Wir agieren umgebungs- und gesellschaftsbedingt verkopft, dies ist ein Fakt. Es macht keinen Sinn dies als negativ oder schlecht darzustellen. Aber es sollte uns bewusst sein, damit wir das fördern, was fehlt. Unser Gehirn wird es uns danken.

Unter diesem Gesichtspunkt, ist es um so schmerzlicher Jugendlichen zu begegnen, die nach 9 Jahren obligatorischer Schulzeit keinerlei Perspektiven mehr haben und sich nichts mehr zutrauen. Dabei wären sie gerade im richtigen Alter, um mit jugendlicher Lebensenergie die Erwachsenenwelt zu erkunden und praktische Lebenserfahrung zu sammeln. Gerade diese jungen Menschen sind eine Bereicherung für unsere bereits festgefahrenen Strukturen und können mit unvoreingenommener Sicht und neuem Elan wertvolle Impulse liefern. Es ist für verunsicherte junge Menschen hilfreich , wenn ein erfahrener Mensch ihnen vermittelt, dass Fehler, Unsicherheit, Planlosigkeit, Mutlosigkeit in diesem Alter (und natürlich auch später noch) sein dürfen. Dieser Vertrauensvorschuss ist die Grundlage, dass sich dies ändern kann.

Dabei hilft das bewusst sein, dass sowohl junge wie auch gereifte Gehirne ein Leben lang Entwicklungspotential haben. Denn: “Unvollkommen sein heisst noch wachsen können”.

Von Aussichten und Ansichten – trauen und vertrauen

Heute lass ich ein “Bonmot” aus meinem Alltag da. Einerseits hat es mich schmunzeln lassen, aber auch unglaublich berührt. Wenn ihr auf Kinder trefft, nutzt die Gelegenheit: Hört hin und schaut zu!

In der kalten Jahreszeit besuchen wir mit den Spielgruppenkindern des Bauernhofs jeweils den “Schnitzelhaufen” (die Schnitzelberge des Hofbesitzers die er zu Heizzwecken lagert). Die Kinder lieben es auf die Schnitzelberge zu klettern. Die Bewegung dort gibt schön warm. Mit dieser Gruppe sind wir das erste Mal da. Deshalb sind die Kinder, die erst seit dem Sommer mit dabei sind, noch etwas zögerlich. Aber nach kurzer Zeit klettern alle die Hügel hoch. Es ist anstrengend, braucht viel Kraft und Ausdauer. Ständig rutschen die Holzschnitzel weg und man rutscht mehr zurück als dass man vorwärts kommt. Davon lassen sich drei- und vierjährige Kinder aber nicht abschrecken. Bald sind alle oben, geniessen die Aussicht und den Erfolg. Ich bin ebenfalls hoch geklettert und beobachte wie die Kinder sich zu orientieren beginnen. Neue Spielideen entstehen. Dieses Mal ist der Berg steil und beachtlich hoch. Er reicht fast bis unters Holzdach. Eine lange, steile Rutschbahn. Ich stehe mit einem Kind am Abhang und wir schauen gemeinsam hinunter.

“Wow, das ist aber steil!” sage ich zu ihm und den Kindern im Umkreis. “Das braucht ganz schön Mut, hier runterzurutschen!”

“Ja”, meint da das Kind, setzt sich und beginnt sich in Richtung Abhang zu bewegen, “aber ich vertraue mir.” (“Ig due mir vertroue.”) Und weg war es. Voller Selbstbewusstsein rutschte es den Abhang hinunter.

Seither überlege ich mir, meinte es “Ich traue mich”? Oder “Ich vertraue, dass nichts passiert”? Aber nein, es hat es eigentlich unmissverständlich gesagt. Es VERTRAUT sich! Es traut es sich zu!

Ich wünsche euch, euren Kindern und mir viel Vertrauen. Nicht nur Vertrauen in die Situation, in die Mitmenschen oder die Situation. Vertrauen wir uns selbst und alles andere kommt wie es kommt.

Meeting Evopäd© – Reptil

Mittels kurzen Blogartikeln stelle ich euch in regelmässigen Abständen, Beispiele aus meinem Arbeitsalltag mit der Evolutionspädagogik vor. Diese Einblicke sollen aufzeigen, welche Sicht die Evopäd© auf Verhaltensweisen hat und wie eine Lösung aussehen könnte.

Jeder Mensch, der mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, der kennt die Verhaltensweisen die wir in der Evolutionspädagogik® der Reptil-Stufe zuordnen. Blockaden in dieser Stufe äussern sich meist sehr deutlich und lassen uns hilflos zurück, weil wir trotz viel Reden, Strafen und Schimpfen nichts erreichen.

Unser Reptil-Hirn ist eine nützliche Sache und hat uns Menschen weit gebracht. Es ist sozusagen die Kommandozentrale fürs Überleben. Wach sein, Schlaf, Atmung, Temperatur und grundlegende automatische Bewegungen werden von dieser Gehirnstufe (Kleinhirn) kontrolliert. Bei akuter Gefahr, wenn eine schnelle Reaktion gefordert ist, dann lässt es uns entweder erstarren oder loslegen.

Blockaden in der Reptil-Stufe können sich darin zeigen, dass ein Mensch ständig unter Strom steht. Sein Verstand möchte zwar anders, aber sein Körper kann es nicht zulassen. Nägel kauen, mit dem Bein wippen, ein verkrampfter Kiefer können äusserliche Anzeichen sein. Gerade bei jüngeren Kindern kann sich ein Verhalten in dieser Stufe darin äussern, dass Spielsachen impulsiv umhergeworfen, andere Kinder gebissen oder gehauen werden. Dabei ist es offensichtlich, dass diese Handlungen dem Kind passieren ohne, dass es vorsätzlich handelt. Wir können deshalb als Eltern/Pädagog*innen noch so oft sagen, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist. Das Kind weiss dies (wenn es nicht im Stress ist), aber wenn der Stress überhand nimmt, dann “macht” es mit ihm. Unser Reptiliengehirn macht das, was sich seit Beginn der Evolution bewährt hat, es übernimmt die Kontrolle im unbewussten Denken.

Deshalb ist es als Mutter/Lehrperson hilfreich zu wissen, dass es nichts nützt loszuschimpfen und am eigenen Verstand zu zweifeln, weil man manches halt schon 100 Mal gesagt hat und es dennoch nichts nützt. Im Gegenteil, eine Schimpftirade erhöht den Stress gleich noch einmal um ein Level und ist hinderlich, um ein Umdenken fürs nächste Mal zu bewirken. Vielmehr hilft es, sich bewusst zu machen, dass wir einen Menschen in dieser Gehirnregion nicht über den Verstand (Reden) erreichen können. Was wir brauchen ist eine “Ansprache” über die unbewussten Reflexe. Erst danach, im wieder stressfreien Zustand (wenn andere Gehirnregionen wieder Mitspracherecht haben), kann im Ruhe über das Verhalten gesprochen werden, wie ähnliche Situationen in Zukunft vermieden oder anders bewältigt werden können.

Dank der Evolutionspädagogik® gibt es zum Glück Interventionsmöglichkeiten die, wenn man sie kennt, ganze Klassen aus dem “Reptil-Modus” holt oder Eltern dabei unterstützt adäquat auf Kleinkinder zu reagieren, wenn diese entwicklungsbedingt diese Stufe entdecken. Praktischerweise sind diese Übungen so einfach und spassig, dass niemand gross dazu überredet werden muss. Denn wie immer gilt: das Gehirn lernt gerne in der Bewegung und mit Freude und Lust. Wichtig ist dabei einmal mehr: kurz und häufiger nicht lang und selten.

Immer Sonntags…. ein Gedankenspiel aus der Evopäd®

In der praktischen Pädagogik fragen wir nicht danach, was dem Kind fehlt, was es kann oder nicht kann, sondern wir fragen und schauen, wie es die Welt wahrnimmt.

Ludwig Kroneberg, Silke Gramer-Rottler, Gründer der Evolutionspädagogik®

Gedanken zum Schulstart – aus der Sicht einer Mutter

Ich bin Lernberaterin, kenne viele Tipps und Tricks, weiss wie das Gehirn Lernprozesse meistert und kenne die neusten neurologische Studien. Dort bin ich sicher und habe die nötige professionelle Distanz. Aber: bin ich auch Mutter zweier schulpflichtiger Kinder und einer Schulabgängerin, die frisch mit der Berufslehre begonnen hat. Dort erlebe ich den veränderten Alltag, die neuen Herausforderungen aus nächster Nähe und intensiv mit.

Deshalb fühle ich mich mit dem Start des neuen Schuljahres immer wieder von neuem unsicher, neugierig, gefordert, überlastet, entlastet. Diese Gefühle (und noch einige mehr) wechseln im Stundentakt. Ich habe es bereits unzählige Male durchgemacht , es ist immer wieder von neuem HERAUSFORDERND.

Wieso ist das so?

Zum einen lasse ich jedes Jahr von neuem wieder LOS. Loslassen heisst nicht, dass es mir egal ist oder wird. Es heisst, dass ich weiterhin dabei bin, aber immer weniger helfe. Es ist das ewige Los der Elternschaft oder auch pädagogischen Begleitung. Alles ist darauf ausgerichtet, dass mein Gegenüber die Fähigkeiten erlangt für sich, seine Entwicklung, seine Lernerfahrungen selbst Verantwortung zu übernehmen.

Ich lerne auch immer wieder von neuem dazu. Denn jedes Kind sucht sich seinen EIGENEN WEG und nicht den, den einer von uns ein Jahr zuvor bereits gegangen ist. Es mag zwar das selbe Schulhaus, die selbe Lehrerin, der selbe Lehrer, das selbe Schuljahr sein, dennoch ist es anders und neu. Kein Lebensweg ist wie der anderen, deshalb muss ihn jede*r alleine gehen. Manchmal gehe ich auf Augenhöhe mit, oft bin ich aber weit dahinter oder schon ein Stück voraus. Dies ist aber immer meine Perspektive und die ist nie dieselbe wie die meines Kindes. Ich muss mich auf seine Augenhöhe begeben und beobachten, fragen um seine Sicht zu erfahren.

Dann ist nie alles im Gleichgewicht. Ich entwickle mich weiter. Wie die Kinder auch habe ich neue Ansprüche an mich und meine Tätigkeiten. War ich, als sie kleiner waren präsenter im Alltag, müssen sie mich heute aktiver um Hilfestellung bitten. Es ist ein Grenzlauf zwischen Unterforderung, Herausforderung und Überforderung. Bei uns allen. Auch mein Alltag ist wieder neu, auch ich muss mich wieder einfinden.

Was wenn der Tunnel nie zu enden scheint?

Deshalb lasse ich mir/uns Zeit, um dies alles Wachsen zu lassen. Meist sieht es nach den Herbstferien bereits etwas anders aus und läuft geordneter. Wenn nicht, dann ist genug Zeit und Raum, um bei den einzelnen Stressoren detailliert, ihn Ruhe hinzusehen und Lösungen zu suchen.

Was wenn der Alltagsstrudel total überfordert? Es ist alles zu nah oder zu weit weg? Profitiere von meinen Erfahrungen und der Sicht der Evolutionspädagogik®. Einfache Übungen helfen gezielt Stress zu überwinden. Nicht nur dem Kind, sondern auch seinen erwachsenen Begleiter*innen. Gemeinsam den eigenen Weg finden und zusammen wachsen, ist das Ziel.